Justiz ist gefordert

Verbrechen im Zeitalter Künstlicher Intelligenz

Niederösterreich
15.05.2026 11:00

Martina Spreitzer-Kropiunik ist die neue Präsidentin des Landesgerichts St. Pölten. Mit der „Krone“ sprach sie über persönliche Erfahrungen und Herausforderungen für die Justiz.

„Es ist wieder ein Neuanfang“, bringt es Martina Spreitzer-Kropiunik auf den Punkt. Nach dem Amtsantritt im September des Vorjahres ging es für die neue Präsidentin des Landesgerichts St. Pölten erst einmal auf Erkundungstour: „Ich habe geschaut, dass ich alles kennenlerne und alle Gerichte besuche. Wir haben hier einen sehr großen Sprengel mit zehn Bezirksgerichten. Also war es vorerst die größte Aufgabe, möglichst schnell alle handelnden Personen und den Sprengel zu besuchen“, so Spreitzer-Kropiunik.

Von Wien nach St. Pölten
Zuvor war sie Richterin am und später Vizepräsidentin des Landesgerichts für Strafsachen Wien. Mitte Februar folgte die feierliche Amtseinführung durch Justizministerin Anna Sporrer in St. Pölten. Der „Krone“ gewährte Martina Spreitzer-Kropiunik erste Einblicke in ihre neue Aufgabe in der Landeshauptstadt. Hat sich die neue Gerichtspräsidentin schon eingelebt? „Ich bin mittendrin, würde ich sagen. Es ist ein komplett neues Gericht und auch eine neue Materie.“ Jedes Bezirksgericht habe seine Eigenheiten, auch bedingt durch Größe und Bevölkerungsdichte.

Martina Spreitzer-Kropiunik im Gespräch mit der „Krone“.
Martina Spreitzer-Kropiunik im Gespräch mit der „Krone“.(Bild: Imre Antal)
(Bild: Imre Antal)
(Bild: Imre Antal)

Neben der neuen Präsidentin des Landesgerichts haben auch die Staatsanwaltschaft und die Justizanstalt St. Pölten ihre Chefposten neu besetzt. Mit Christian Pawle und Maria Lalics findet sich ein neues Leitungs-Trio zusammen: „Das hat eine ganz eigene, positive Dynamik. Ich sehe das als Chance“, so Spreitzer-Kropiunik.

Cybercrime und Datenschutz
Doch was hat sie bewogen, das Landesgericht Wien nach 30 Jahren zu verlassen und nach Niederösterreich zu gehen? „Ich wohne in der Region, mein Mann kommt aus St. Pölten“, ist Spreitzer-Kropiunik froh über ihre Entscheidung. Und mit welchen Herausforderungen sieht sich die Justiz konfrontiert? Aus Sicht von Spreitzer-Kropiunik sind vor allem Delikte im Bereich Cybercrime ein Thema, aber auch Datenschutz und Künstliche Intelligenz. Verbrecher „arbeiten“ immer öfter auch mit KI. „Hier könnte es etwa bei Beweisfotos schwierig werden zu erkennen, welche echt und welche Fake sind“.

Nach 30 Jahren im Strafrecht bleibt die Frage: Gibt es das perfekte Verbrechen? „Das glaube ich nicht. Und wenn jemand das perfekte Verbrechen begehen würde, dann würde er irgendwann einmal darüber reden. Ich glaube aber durchaus, dass es Verbrechen gibt, die nie als Tageslicht kommen – etwa im landwirtschaftlichen Bereich.“ 

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