01.08.2014 14:55 |

351.313 ohne Job

Arbeitslosigkeit im Juli um 9,7 Prozent gestiegen

Die Arbeitslosigkeit in Österreich ist im Juli weiter gestiegen. Per Monatsende waren 351.313 Personen ohne Job, um 9,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen kletterte um 11,6 Prozent auf 286.363, die der AMS-Schulungsteilnehmer um 1,7 Prozent auf 64.950. Der Trend der vergangenen Monate setzte sich somit weiter fort, so das Sozialministerium am Freitag in einer Aussendung.

Die Arbeitslosenquote nach nationaler Definition lag bei 7,3 Prozent, um 0,7 Prozentpunkte höher als im Juli des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote nach internationalem Standard betrug Ende Juni (letztverfügbarer Wert) 5,0 Prozent. Damit hatte Österreich weiterhin die niedrigste Arbeitslosigkeit in der EU, wo der Durchschnitt (EU-28) bei 10,2 Prozent lag.

Ältere, Behinderte und Ausländer sind besonders betroffen: Bei Menschen über 50 Jahren stieg die Arbeitslosigkeit im Juli um 17,2 Prozent auf 73.269 Personen, bei Behinderten um 22,5 Prozent auf 10.131 und bei Ausländern um 22,8 Prozent auf 67.544.

Männer waren vom Anstieg der Arbeitslosigkeit mit plus 13,0 Prozent stärker betroffen als Frauen mit plus 10,1 Prozent. Bei Inländern stieg die Arbeitslosigkeit um 8,6 Prozent, bei Jugendlichen (15 bis 24 Jahre) um 5,4 Prozent.

"Weg weiter steinig und mühsam"
Angesichts der Rücknahme der Konjunkturprognosen für 2014 sieht das Sozialministerium die Aussichten "verhalten". Wirtschaftlich scheine die Talsohle zwar durchschritten, der Weg nach oben dürfte aber "weiter steinig und mühsam bleiben", heißt es. "Ohne entsprechende Unterstützung durch die inländische Nachfrage werden, vor allem auch angesichts des weiter steigenden Arbeitskräfteangebots, die Arbeitslosenzahlen mittelfristig nicht spürbar sinken", so die Prognose.

Mehr Unterstützung für Ältere gefordert
In Reaktion auf die Arbeitslosendaten fordern Arbeiterkammer und ÖGB stärkere Unterstützung für ältere Arbeitslose. Das Bonus-Malus-System müsse endlich umgesetzt werden, die Wirtschaft solle ihren Widerstand aufgeben und Verantwortung zeigen.

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