Schock in Wien

Bauwahnsinn: Über 100 Lkws täglich im Wohngebiet!

Ombudsfrau
13.05.2026 11:53
Porträt von Ombudsfrau
Von Ombudsfrau

Mehr als hundert Schwerfahrzeuge schlängeln sich täglich durch eine einst beschauliche Gasse nahe der Alten Donau in Wien. Rund 60 Hektar werden derzeit dort verbaut. Bei den Anwohnern liegen die Nerven blank und sie fordern Maßnahmen.

Eine Betroffene schildert die Situation: „Täglich fahren sicher 100 bis 150 Lkws, viele sogar mit Überlänge, an unserer Reihenhaussiedlung vorbei. Dazu kommen noch doppelt so viele weitere Fahrzeuge von der Baustelle“.

Lärm, Staub und Erschütterungen ab fünf Uhr früh
Was das für die Menschen bedeutet, die hier wohnen, ist schwer vorstellbar. Seit eineinhalb Jahren wird gebaut. Lärm und Erschütterungen gibt es ab fünf Uhr morgens, wenn die ersten Schwerfahrzeuge über Bodenschwellen fahren. Dazu kommen Staub, Schmutz und Gefahr für Fußgänger. Die ohnehin schmalen Gehsteige werden zum Abladen oder Ausweichen benutzt.

Fenster zu öffnen unmöglich
„Die Reifen der Fahrzeuge bringen von der Baustelle extrem viel Schmutz auf die Straße, wodurch sich bei Trockenheit durch jedes Fahrzeug Staubwolken bilden, die die ganze Gegend verschmutzen. Bei Regen ist alles verschlammt.“ Die Fenster zu öffnen, trauen sich die Anrainer – wenn überhaupt – nur mehr in der Nacht.

Enge Gassen, schmale Gehsteige.
Enge Gassen, schmale Gehsteige.(Bild: Anrainer, Krone KREATIV)

Kehrmaschine sorgt für zusätzlichen Ärger
Abhilfe gegen den Schmutz sollte eine Kehrmaschine bringen, die zweimal täglich fährt. „Das bringt genau nichts. Außer zusätzlichem Stau, weil die Maschine gegen die Einbahn fährt und dann alles steht“, so die Anrainerin weiter. Gemeinsam haben die Anwohner bereits bei diversen Behörden um Unterstützung gebeten. Passiert ist bisher zu wenig.

Behörden verweisen auf unterschiedliche Zuständigkeiten
Das könnte unter anderem an den unterschiedlichen Zuständigkeiten liegen. Die Baustelle gehört zum 21. Bezirk, die Anrainer wohnen im 22. Bezirk. Entsprechend fallen auch die Antworten der Bezirksvorstehungen auf die Anfragen der Ombudsfrau aus.

Bezirke sehen Verantwortung anders
Die Zustände seien unhaltbar, hieß es aus dem 22. Bezirk. Besonders die starke Verschmutzung der Fahrbahn sowie die gefährliche Situation im Kreuzungsbereich des Drygalskiwegs haben ein sofortiges Handeln erforderlich gemacht. Für die Einhaltung der erfolgten Auflagen seien aber andere Stellen zuständig.

Der 21. Bezirk betont, es laufe alles im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften ab. Allerdings sei auch klar, dass insbesondere größere Bauvorhaben zeitweise mit erhöhten Lärm- und Staubemissionen verbunden sein können. Es seien aber schon Verbesserungsmaßnahmen wie ein zusätzlicher baulicher Schutz der Fußgänger getroffen worden.

Baupolizei hat keinen Einfluss auf Verkehr
Die ebenfalls von uns befragte Baupolizei betonte, dass die erteilten Baubewilligungen sich nur auf das Projekt selbst beziehen. Auf die Abwicklung des Baustellenverkehrs im Bereich der öffentlichen Straßen könne man keinen Einfluss nehmen. Dafür seien vier andere Magistratsabteilungen zuständig. 

Anrainer warten weiter auf Lösungen
Man darf gespannt sein, wer sich der Sache annehmen wird.  Oder müssen die Anrainer weiter alles hinnehmen, bis der neue Stadtteil fertig ist?

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