Was früher als Ausnahme galt, ist heute Normalität. Auch Sommer ohne Rekordtemperaturen können unsere Gesundheit belasten – Viele Menschen schlafen dann schlechter oder ziehen sich zurück. In Österreich leiden fast zwei Drittel der Bevölkerung an den hohen Temperaturen, wie eine Umfrage zeigte.
2025 berichteten 62 Prozent der Bevölkerung mindestens eine hitzebedingte gesundheitliche Belastung, wie die Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) herausfand. Im Hitzesommer 2024 waren es sogar 85 Prozent. Es brauche Klimaschutzmaßnahmen und Anpassungen an die Hitze, auch in der Arbeitswelt, so die Experten.
Hitze kann besonders unseren Schlaf belasten
Die Hitze ruft etwa Unwohlsein, Unruhe, Zurückgezogenheit, schlechteren Schlaf oder körperliche Beschwerden hervor. Mehr als jede dritte Person schlief im Sommer 2025 aufgrund der Hitze schlechter, im Sommer 2024 waren es 60 Prozent. „Hitze ist kein Ausnahmeproblem, sondern betrifft den Alltag und die Arbeitsfähigkeit vieler Menschen sowie die Vereinbarkeit von Betreuungsaufgaben und Erwerbsarbeit“, sagte Andrea Schmidt vom Kompetenzzentrum Klima und Gesundheit der GÖG.
Was früher als Ausnahme galt, ist heute die neue Normalität.
Andreas Schaffhauser, Geosphere Austria
„Besonders betroffen sind die, die draußen arbeiten“
„Die gesundheitlichen Auswirkungen von Hitze sind mittlerweile ganz deutlich. Internationale Studien zeigen: Hohe Temperaturen verringern die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit“, betonte Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ). „Besonders betroffen sind Menschen, die im Freien arbeiten.“ Auch das Hautkrebsrisiko sei ein Thema.
Ab diesem Jahr gilt die Hitzeschutzverordnung
Seit Jahresbeginn gilt die Hitzeschutzverordnung, die ab diesem Sommer erstmals praktisch wirksam wird. Arbeitgeber müssen für Arbeiten im Freien einen Hitzeschutzplan bereitstellen und bei einer Hitzewarnung der Geosphere Austria ab Stufe 2 („Vorsicht, gelb“, 30-34 Grad Celsius) die darin festgelegten Maßnahmen verpflichtend umsetzen.
Hohe Temperaturen heißt auch „mehr Rettungseinsätze“
„Wir merken bei mehreren Tagen über 30 Grad, dass entsprechend die Ausfahrten und Einsätze steigen“, sagte Georg Geczek, Landesrettungskommandant des Wiener Roten Kreuzes. Außerdem würden die Helfenden unter „massiv erschwerten Bedingungen“ arbeiten. Seit vergangenem Jahr gebe es daher einen Hitzeschutzplan im Rettungsdienst. Es werden etwa Getränke zur Verfügung gestellt, Pausen an gekühlten Orten eingeteilt und analysiert, ob Mitarbeiter in Gruppen fallen, die von Hitze stärker betroffen sind. Denn „Helferinnen und Helfer können nur helfen, wenn sie selber fit sind“, betonte Geczek.
Durch geografische Lage spürt Österreich die Klimaerwärmung stärker
Eine Kaltfront habe zwar die Eisheiligen am Montag pünktlich eingeleitet, aber „Die Hitzebelastung in Österreich hat in den letzten Jahrzehnten massiv zugenommen und dieser Trend wird sich weiter fortsetzen“, wie Andreas Schaffhauser erklärte. Er ist wissenschaftlicher Generaldirektor der Geosphere Austria. Seit der Klimaperiode im vorindustriellen Zeitalter von 1850 bis 1900 habe sich die Erdatmosphäre global um 1,3 Grad erwärmt. Aufgrund der geografischen Lage Österreichs waren es hierzulande ganze 3,1 Grad. Hitzetage mit Temperaturen über 30 Grad, Tropennächte mit nicht weniger als 20 Grad und Hitzewellen haben bereits zugenommen.
Frühere Ausnahmen jetzt „neue Normalität“
„Was früher als Ausnahme galt, ist heute die neue Normalität“, betonte Schaffhauser. „Ohne konsequenten Klimaschutz werden wir 40 bis 50 Hitzetage im Mittelwert Ende des Jahrhunderts haben. Also was jetzt die Spitzenwerte sind, ist am Ende des Jahrhunderts der Mittelwert. In vielen Regionen Österreichs wird das der Normalfall werden, wir reden dann von Rekorden von 60 bis 80 Hitzetagen“, warnte der Wissenschafter.
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