Akuter Personalmangel

Stadt lockt Lehrer mit Urlaub auf den Malediven

Oberösterreich
12.05.2026 12:30

Trüb sind die Aussichten für das kommende Schuljahr in Wels. Bis Herbst müssen 91 Lehrer gefunden werden, damit der Unterricht noch ordnungsgemäß über die Bühne gehen kann. Um im Wettbewerb mit anderen Städten und Gemeinden mithalten zu können, ergreift die Stadt nun ungewöhnliche Maßnahmen. 

Für das kommende Schuljahr werden derzeit in Oberösterreich insgesamt 490 Lehrer gesucht. Davon entfallen 91 Stellen – und damit rund 19 Prozent – allein auf die Welser Pflichtschulen. „Wir stehen im Wettbewerb mit anderen Gemeinden und haben kaum Einfluss, da das Land Oberösterreich als Dienstgeber fungiert. Die Personaladministration erfolgt über die Bildungsdirektion des Landes“, erklärt der Welser FP-Bürgermeister Andreas Rabl. 

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Wir wollen mit dieser Aktion Wels als Arbeitsort für Lehrkräfte attraktiver machen – und damit auch allen Unterrichtenden danke sagen. 

Andreas Rabl, FPÖ-Bürgermeister

Maßnahmenpaket erstellt
Dennoch hat die Stadt als Schulerhalterin um 80.000 Euro ein Maßnahmenpaket erstellt, um den Lehrerstandort attraktiver zu gestalten und das bestehende Lehrpersonal zu entlasten und langfristig an den Standort zu binden.

Mitarbeiterfest im Sommer
Bereits diesen Sommer wird am 8. Juli als erstes Zeichen der Wertschätzung ein Mitarbeiterfest für das gesamte Schulpersonal organisiert. „Ab dem kommenden Jahr wollen wir bei diesem Fest in Anlehnung an den Welser Stadtball eine Tombola veranstalten. Ziel wäre es, unter allen Lehrern einen Urlaub nach Mauritius oder auf die Malediven zu verlosen. Dazu benötigen wir noch einen Sponsor“, so Rabl. Ergänzend dazu werden ab Herbst regelmäßige Veranstaltungen (wie beispielsweise ein Kinoabend) organisiert, um den Zusammenhalt zu fördern und den Lehrkräften zusätzliche Anerkennung entgegenzubringen.

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Als Personalvertretung begrüßen wir die Initiative, die darauf ausgerichtet ist, der derzeit sehr angespannten Personalsituation entgegenzuwirken.

Walter Leberbauer-Ganzert, Personalvertreter

Auch im fachlichen Bereich setzt die Stadt verstärkt auf Unterstützung: Zusätzliche Budgets für Fortbildungen von Lehrern und Schulleitern sowie für Leiterdienstbesprechungen sollen eine qualitative Weiterentwicklung und bessere Rahmenbedingungen im Schulalltag ermöglichen.

Walter Leberbauer-Ganzert, der Dienststellenausschussvorsitzende der allgemeinen Pflichtschulen in Wels, kann dem Maßnahmenpaket einiges abgewinnen, er übt aber auch scharfe Kritik an der Politik der vergangenen Jahre: „Die Situation ist das Versäumnis der Bundesregierungen der letzten 20 Jahre. Auf die Entwicklungen wurde immer wieder hingewiesen. In Wels ist die Situation aufgrund von Migration und Integration besonders herausfordernd. 25 Prozent der Schüler können wegen mangelnder Sprachkenntnisse dem Unterricht nicht folgen. Das ist der höchste Wert in ganz Österreich.“  

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