Kann das Amstettner Jugendzentrum noch gerettet werden? Die Geschäftsführerin des Betreibers sieht aktuell kaum Chancen. Sie spart nicht mit Kritik an der Politik: „Es geht ja gar nicht mehr um die Jugend!“
Alles deutet darauf hin, dass ausgerechnet zur 60-Jahr-Feier im September das Jugendzentrum in Amstetten geschlossen werden muss. Schon seit Mai sind die Öffnungszeiten von vier auf einen einzigen Tag in der Woche reduziert worden.
Mehr ist finanziell nicht mehr möglich, wie Regina Schmid, Geschäftsführerin des Don-Bosco-Sozialwerks, dem Betreiber der Einrichtung, betont: „Wir sind zu 100 Prozent durch Förderungen finanziert.“ Der Wegfall der Unterstützung vom Land in der Höhe von 50.000 Euro – immerhin 40 Prozent der Gesamtfinanzierung – könne nicht kompensiert werden.
Resolution im Gemeinderat
Dass die Mittwochfrüh beschlossene Resolution des Gemeinderats an den zuständigen Landesrat Martin Antauer (FPÖ) noch etwas ändern wird, daran glaubt Schmid nicht. Dort war das Unverständnis über die Maßnahme parteiübergreifend im Rathaus groß. Einzig – wenig überraschend – die Stadt-Blauen hatten gegen die Resolution gestimmt.
„Das Projekt fällt nicht in den Bereich, den wir gezielt fördern“, so Stadtrat und Landtagsabgeordneter Alexander Schnabel. ÖVP-Stadtchef Christian Haberhauer kontert: „Wir haben andere Initiativen, die unterstützt werden können. Dann würde der Stadt mehr Geld zur Förderung des Jugendzentrums bleiben.“
„Nur mehr ausrichten ...“
Für Schmid war das Vorgehen aber nicht mehr ein reines Polit-Geplänkel: „Bei der Debatte geht es ja gar nicht mehr so um das Jugendzentrum, sondern um Parteipolitik. Es geht nur darum, dem anderen auszurichten, wer wo versagt hat“, betont sie.
Es geht um Aufklärung, nicht darum, sie in eine Richtung zu drängen.
Geschäftsführerin Regina Schmid
„Das einzige warme Essen“
Dass Antauer die Förderung wegen „links-wokem Schwachsinn“ beendet hat, löst bei der Geschäftsführerin ebenso Unverständnis aus. „Es ging um zwei Veranstaltungen im Jahr 2025, die im ,Pride-Monat’ stattgefunden haben“, so Schmid. Denn auch die Vermittlung von Themen wie Sexualität seien in einer Kinder- und Jugendeinrichtung wichtig. „Es geht um Aufklärung, nicht darum, sie in eine Richtung zu drängen. Wir hatten auch Workshops mit Polizei, AMS und anderen Institutionen. Wir bieten auch Kochkurse an, weil Jugendliche dadurch das einzige Mal am Tag etwas Warmes zu essen bekommen“, erklärt Schmid.
Dass ausgerechnet der „LGBTIQ+“-Workshop und das „Pride Flaggen Quiz“ herausgepickt wurden, sei für Schmid einzig aus populistischen Gründen passiert. Kampflos aufgeben will sie aber nicht. „Wir werden alles tun, was möglich ist. Aber optimistisch bin ich leider nicht“, so Schmid.
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