Die FPÖ legt im Wirbel um das vom Aus bedrohte Jugendzentrum in Amstetten nach, der Bürgermeister beruft eine Sondersitzung ein.
Der Schock sitzt nach wie vor bei vielen Familien, aber vor allem Jugendlichen in Amstetten tief. Nach 60 Jahren ist, wie berichtet, Niederösterreichs ältestes Jugendzentrum von der Schließung bedroht. Das Land hat die Förderung in der Höhe von 50.000 Euro – etwa 40 Prozent der Gesamtfinanzierung – für das „JA Don Bosco“ eingestellt.
Nicht (nur) eine Frage des Budgets
Die Begründung aus dem Büro des zuständigen Landesrats Martin Antauer (FPÖ) war zunächst kurz und knapp: Die Streichung sei aus Spargründen erfolgt. Mittlerweile wurde Antauer deutlicher: „Wir ziehen selbstverständlich Projekte vor, die der Integration dienen, wie etwa sinnvolle Sprachschulungen. Aber nicht irgendeinen links-woken Wahnsinn, der völlig an den Lebensrealitäten der Niederösterreicher vorbeigeht.“
„Sitzkreise mit Regenbogenfahnen“
Denn laut dem Freiheitlichen hätten in der Einrichtung direkt hinter der Herzjesu-Kirche unter anderem ein „LGBTIQ+“-Workshop und ein „Pride Flaggen Quiz“ jener Bewegung, die sich für die Akzeptanz unterschiedlicher sexueller Orientierungen einsetzt, stattgefunden. „Spiele und Sitzkreise mit Regenbogenfahnen können gerne privat finanziert werden, aber nicht vom Steuerzahler“, stellt Antauer klar.
Kritik an Landespartei
Kampflos aufgeben will man in Amstetten aber nicht. ÖVP-Bürgermeister Christian Haberhauer beruft eine Sondersitzung des Gemeinderats ein, um eine Resolution an Antauer zu verabschieden. „Wir wollen damit zeigen, dass wir geschlossen hinter dem Jugendzentrum stehen“, so Haberhauer. Der Amstettner Landtagsabgeordnete Dominic Hörlezeder (Grüne) nimmt aber auch die Landes-ÖVP in die Pflicht: „Es ist ein politisches Armutszeugnis, dass sie ihre Grundsätze offenbar klaglos für den schwarz-blauen Machterhalt opfert.“
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