Nur lokale Gewitter

Trockenheit hat die Steirer weiter fest im Griff

Steiermark
07.05.2026 05:00

In Graz ist es der trockenste Frühling seit 1894 – doch das ganze Land hat massive Probleme. Punktuelle Gewitter am Donnerstag werden keine echte Abhilfe sein.

An derart lange Perioden, in denen das ganze Land auf dem Trockenen sitzt, kann sich wohl kaum jemand erinnern. „Seit dem 1. März hat es exakt 13,7 Liter pro Quadratmeter geregnet“, rechnet Christoph Matella von Ubimet vor. „Das macht den Frühling in der Landeshauptstadt zum trockensten seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1894.“

Ein Bild, das sich durch die ganze Steiermark zieht und lang anhaltendem Hochdruck sowie föhnigem Südwind geschuldet ist. Und sich laut der Prognosen zeitnah auch nicht wesentlich ändern dürfte.

Heute ist lokal mit Gewittern zu rechnen
Heute ist lokal mit Gewittern zu rechnen(Bild: Constantin Handl)

Matelle: „Am Donnerstag steigt die Gewitterneigung zwar punktuell, lokal könnte es vor allem in Graz und der Oststeiermark große Regenmengen geben. Aber von lang anhaltendem, ausgiebigem Niederschlag ist keine Spur.“

Nach diesem dürstet aber gerade die Landwirtschaft. „Die Situation ist besorgniserregend“, heißt es aus der Kammer. „Besonders betroffen ist Getreide, weil die Pflanze jetzt beim Ährenanschieben viel Wasser brauchen würde.“ Zudem seien die Pflanzen durch den fehlenden Regen der letzten Monate unterentwickelt und geschwächt. Massiv betroffen ist auch die Obersteiermark, der – vor allem für die Rinder – so wichtige erste Grünschnitt dürfte mickrig ausfallen.

Doch nicht „nur“ auf Feldern und bei den Tieren wird es knapp, auch beim Trinkwasser ist man schon alarmiert. „Frühling und Herbst sind die wichtigsten Phasen, in denen die Wasservorräte im Grundwasser aufgebaut werden. Und das ist heuer extrem reduziert“, erklärt Franz Krainer, der Chef der Wasserversorgung Leibnitzerfeld, die für 29 Gemeinden und allein im Großraum Leibnitz für 6500 Haushalte verantwortlich ist. Im 20-Jahres-Schnitt sei man gerade noch im unteren Mittel.

An die Regeln halten
Und während im Winter 8000 Kubikmeter Wasser am Tag verbraucht werden, steigt der Wert im Sommer auf 16.000 – am letzten Wochenende wurde mit 15.000 Kubikmetern der erste Spitzenwert erreicht! Krainer: „Da merkt man die Poolbefüllungen.“ Den Spaß will der Wasserexperte keinem nehmen, aber: „Man sollte sich schon an die Regeln halten.“ Die da wären: nicht über Hydranten befüllen, nachts aktiv werden und bei größeren Pools nur in Absprache mit der Gemeinde.

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