Wer macht denn so etwas? Unterhalb der Schluchtstrecke von Mayrhofen nach Brandberg (Tiroler Bezirk Schwaz) fand sich eine enorme Menge Abfall – offenbar gezielt hinabgeworfen. Der mutmaßliche Täter verriet sich unabsichtlich selbst. Nun warten Konsequenzen ...
Bei seiner Tätigkeit als Bauhofmitarbeiter in Brandberg fielen Markus Kogler vergangene Woche einzelne Müllsäcke in den Stauden unterhalb der Brandbergstraße auf. Der Zillertaler, der auch Bergretter in Mayrhofen ist, seilte sich dann selbst ab, um das Ausmaß festzustellen.
„Unten lag überall Hausmüll, von PET-Flaschen über jede Menge Plastik bis hin zu Katzenstreu und Kleidung“, schildert der Zillertaler. Einigen Müll dürfte der Ziller bereits mitgerissen haben.
Vermutlich Auto beladen und Abfall gezielt entsorgt
Mit sieben Bergretter-Kollegen rückte er dann aus, um die Müllhalde in dem extrem schwierigen Gelände zu beseitigen. Klar war: Hier musste jemand ein Fahrzeug beladen und gezielt an dieser Stelle „entsorgt“ haben. „Dabei könnte man 90 Prozent dieses Abfalls bei einem Recyclinghof gratis loswerden“, schüttelt Kogler den Kopf.
90 Prozent dieses Abfalls könnte man bei einem Recyclinghof gratis loswerden.
Markus Kogler
Mittendrin ein Schriftstück mit Adresse ...
Insgesamt ergab sich eine Menge von 120 Kilogramm Müll. Inmitten des bunten Chaos stießen die Bergretter dann auf einen interessanten Fund: Ein Schriftstück enthielt einen Namen samt Adresse – eine Spur zum mutmaßlichen Verursacher? Die verständigte Polizei ging dem Indiz nach und forschte prompt einen im Zillertal lebenden ungarischen Staatsbürger (27) aus. Er soll die Umweltsünde eingeräumt haben und talauswärts wohnen. Für die Ablagerungen dürfte er daher eigens zur Schlucht gefahren sein.
Geldstrafe – und auch die Bergrettung wird Rechnung stellen
„Wir arbeiten derzeit gerade an der Anzeige“, hieß es auf „Krone“-Nachfrage von der Polizei Mayrhofen. Illegales Ablagern von Müll in der Natur kann mehrere Hundert bis mehrere Tausend Euro Geldstrafe kosten. Bei einer schweren Schädigung der Natur droht sogar eine Haftstrafe.
Die Bergrettung Mayrhofen war in der abendlichen Freizeit mit acht Mann und je drei Stunden im Aufräumeinsatz. Diesen Aufwand will man nun verrechnen – und das dürfte bei einem Stundensatz von 38 Euro teuer werden.
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