Das Kartell reagiert

Nach OPEC-Paukenschlag: Jetzt wird mehr Öl gepumpt

Wirtschaft
03.05.2026 13:32
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der überraschende Austritt der Vereinigten Arabischen Emirate aus dem Öl-Kartell sorgt für Bewegung am Energiemarkt. Nur wenige Tage nach dem Paukenschlag hat die OPEC+ reagiert und eine Erhöhung ihrer Fördermenge beschlossen.

Wie die Organisation am Sonntag mitteilte, werden Saudi-Arabien, Russland und fünf weitere Mitgliedstaaten im Juni täglich zusätzlich 188.000 Barrel Öl fördern. Die Entscheidung folgt unmittelbar auf den Austritt der Emirate, der mit 1. Mai wirksam wurde.

In der offiziellen Erklärung ging die OPEC+ jedoch nicht auf den überraschenden Schritt der Vereinigten Arabischen Emirate ein. Das Land hatte seinen Rückzug aus dem Bündnis inmitten der Energiekrise angekündigt und damit für erhebliche Unruhe gesorgt.

Nachdem die Emirate aus der OPEC ausgetreten sind, fließt jetzt wieder mehr Öl.
Nachdem die Emirate aus der OPEC ausgetreten sind, fließt jetzt wieder mehr Öl.(Bild: APA/AFP)

Schwerer Schlag für das Kartell
Der Austritt gilt als bedeutender Einschnitt für die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC), die ihren Sitz in Wien hat. Saudi-Arabien wird als De-facto-Anführer des Bündnisses gesehen, das bislang aus zwölf Mitgliedern besteht und gemeinsam mit Partnern – der sogenannten OPEC+ – rund 40 Prozent der weltweiten Erdölproduktion verantwortet. Zudem lagern etwa 75 Prozent der globalen Ölreserven in den Mitgliedsstaaten.

Das Liniendiagramm zeigt die Entwicklung des Ölpreises der Nordseesorte Brent in US-Dollar je Barrel seit Januar 2022. Der Preis erreichte im März 2022 mit 127,98 US-Dollar und im März 2026 mit 126,41 US-Dollar jeweils einen Höchstwert. Zwischen diesen Spitzen sank der Preis und schwankte meist zwischen 60 und 100 US-Dollar. Quelle: APA.

Der Verlust eines langjährigen Mitglieds könnte die Geschlossenheit des Kartells schwächen. Trotz wiederkehrender Differenzen, etwa über Förderquoten oder geopolitische Fragen, hatte die OPEC bislang meist versucht, ein einheitliches Auftreten zu bewahren.

Politische Spannungen als Auslöser
Hinter dem Austritt der Emirate stehen massive politische Spannungen innerhalb der Region. Die Führung in Abu Dhabi hatte anderen arabischen Staaten vorgeworfen, das Land während des Konflikts mit dem Iran nicht ausreichend unterstützt zu haben.

Anwar Gargasch, diplomatischer Berater des Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, kritisierte insbesondere die mangelnde politische und militärische Zusammenarbeit innerhalb der Golfregion. Zwar habe es logistische Unterstützung gegeben, die gemeinsame Position sei jedoch „auf einem historischen Tiefpunkt“ gewesen.

Rückenwind aus den USA
Unterstützung erhält der Schritt indirekt aus Washington: US-Präsident Donald Trump hatte die OPEC wiederholt scharf kritisiert und ihr vorgeworfen, durch künstlich hohe Preise den Weltmarkt zu belasten. Zudem stellte er die militärische Unterstützung der USA für Golfstaaten in Zusammenhang mit deren Ölpolitik. Für Trump gilt der Austritt der Emirate daher als politischer Erfolg.

Mehr Öl – trotz Krise
Die nun beschlossene Ausweitung der Fördermenge könnte als Versuch gewertet werden, Stabilität zu demonstrieren und mögliche Versorgungsängste zu dämpfen. Ob die Maßnahme ausreicht, um die Spannungen innerhalb des Bündnisses auszugleichen, bleibt jedoch offen.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung