Schleppender Start

Trotz Traumwetter: Wiener Badegäste noch zaghaft

Wien
02.05.2026 18:00

Am Samstag starteten die städtischen Bäder in Wien in die Sommersaison. Trotz strahlendem Sonnenschein war die Badestimmung aber noch eher verhalten, wie ein Lokalaugenschein zeigte. 

Knapp 25 Grad, kaum Wind, keine Wolken. Der Wettergott meinte es, passend zum Saisonstart der Wiener Bäder, gut mit den Sonnenanbetern in der Stadt. Und dennoch: Der Großteil nutzte zwar das warme Wetter, gab sich aber noch wasserscheu, wie ein „Krone“-Lokalaugenschein im Gänsehäufel zeigte. „Die Luft ist noch so kalt und das Wasser sowieso“, sagte dazu Inge M. (70). Nur die Waghalsigen trauten sich bei frischen 16 Grad in die Alte Donau.

Bademeister Roman Hollaus riet, „langsam ins Wasser zu gehen und noch nicht zu weit hinauszuschwimmen“. Die meisten gingen seiner Beobachtung nach aber nur knietief ins Wasser. Er selbst meidet den Sprung ins frische Nass ebenfalls noch. „Nur bei einem Notfall, dann muss ich natürlich“, stellte er klar.

Auch Michaela G. (62) blieb lieber im Trockenen. Sie ist Stammgästin im traditionsreichsten Strandbad Wiens und besitzt seit Jahren eine Kabane.

Stammgästin genießt noch die Ruhe
Nicht unweit davon schlägt sie stets am selben Platz ihre Liege auf. „Schattig, mit gutem Durchzug. Praktisch“, meinte G., die aber nicht nur der Idylle wegen beinahe den ganzen Sommer hier verbringt. „Der Winter war lange. Man trifft sich hier und erzählt sich von allem, was man in der Zwischenzeit erlebt hat. Da erfährt man viel“, sagte sie. Außerdem genießt sie die Ruhe. „Im Hochsommer geht’s hier eh immer zu“, so G.

„Ich habe hier eine Kabane, also ich komme im Sommer fast täglich her. Heut ist mir die Luft aber noch zu frisch.“

Inge M.

Pensionistin, 70

„Es ist so schön in die Natur zu kommen. Wir genießen, dass jetzt noch nicht so viel los ist. Die Ruhe tut gut.“

Karin und Franz J.

Pensionisten, 68 und 67

„Ich komme im Sommer immer zum Volleyballspielen her. Heute haben wir das Feld hergerichtet. Das Wasser ist mir noch zu kalt.“

Irena D.

Juristin, 31

Langes Wochenende trübte die Badestimmung
Auch Karin und Franz J. (68 und 67) störte es nicht, dass sie sich jetzt noch nicht mit anderen Badegästen auf einer übervollen Liegewiese zusammenquetschen müssen. „Wahrscheinlich sind viele im Urlaub“, schätzten sie. „Mir soll‘s recht sein“, scherzte Karin J.

Von einer „nicht ganz schlechten Auslastung“ sprach indes Martin Kotinsky, Sprecher der Wiener Bäder (MA 44). Immerhin sei das wohl „der schönste Tag für einen Saisonstart seit Jahren gewesen“. Er glaube, dass am Sonntag noch viel mehr los sein werde.

Es seien aber viele aufgrund des langen Wochenendes aufs Land oder in den Urlaub gefahren, meinte er. Er hofft insgesamt auf einen „schönen Sommer“. Im vergangenen Jahr fiel die Badesaison nämlich aufgrund des schlechten Wetters im Juli und August ins Wasser. Um eine halbe Million weniger Besucher zählte man im Vergleich zu 2024.

Saisonstart mit Neuerungen
Heuer mussten die Bäder aufgrund des Sparkurses der Stadt rund 2,3 Millionen Euro einsparen. Das hatte etwa die Schließung einiger Sauna-Bereiche von 15. Juni bis 13. September zur Folge. Es gibt aber auch Neuerungen: etwa eine 30-Tages-Karte zum Preis von sechs Tageseintritten (48,60 Euro).

Wer sich zwischen Sonnetanken und Planschen stärken will, muss zumindest im Gänsehäufel nicht allzu tief in die Tasche greifen. Bei einem Schnitzel sind sich die Imbisse und Restaurants bei circa 16 Euro einig. Eine Kugel Eis bekommt man um 2,60 Euro, eine Halbe Bier für 5,10 Euro und ein kleines Soda-Zitron für 1,80 Euro.

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