Emotionaler Prozess

Hat Steirer wirklich seine Werkstatt angezündet?

Steiermark
30.04.2026 06:07

Ein Steirer (58) soll seine eigene Werkstatt angezündet haben. Es entstanden 800.000 Euro Schaden. Der Angeklagte leugnet. Am Mittwoch ging der Prozess in Leoben ins Finale – und wurde abermals vertagt.

Finale im Prozess gegen einen Obersteirer (58), der im Februar 2023 seine Autowerkstatt in Brand gesteckt haben soll. Grund für die Tat sollen gesundheitliche Probleme, Überforderung mit der Arbeit und Schwierigkeit bei der Personalsuche gewesen sein, führte die Staatsanwaltschaft Leoben aus.

Verteidiger Gerald Ruhri betonte, dass sein Mandant zum Zeitpunkt der Brandstiftung keinerlei gesundheitliche Probleme gehabt habe. Auch das Unternehmen würde stabil dastehen. Sein Mandant habe keinerlei Grund gehabt, den Feuerteufel zu geben.

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Fehler können überall passieren. Aber keiner hat etwas davon, wenn das in Beschimpfungen der Ermittlungsbehörden ausartet.  

Richter Peter Wilhelm

Beim dritten und letzten Verhandlungstag kam es zum Showdown zwischen Verteidiger und Brandermittler, dem Ruhri einseitige Ermittlungen vorwarf. Richter Peter Wilhelm musste mehrfach eingreifen, um die Emotionen zu beruhigen, vor allem, als der Kriminalbeamte die Variante mit dem Molotowcocktail, den ein Unbekannter in die Werkstatt warf, ganz klar ausschloss: „Das Branderscheinungsbild wäre ein anderes gewesen.“

Zudem gäbe es keine Spuren von Brandbeschleuniger und auch keine Einwirkung von außen. Vielmehr dürfte ein Grillanzünder das Feuer entfacht haben. „Eine Null-Spuren-Theorie“, mokierte sich der Verteidiger. Allerdings soll das Handybewegungsprofil des Angeklagten so gar nicht mit seinen Angaben zusammenpassen. Eine Vielzahl Gutachter war am Wort.

Am Mittwochabend wurde der Prozess nach einem langen Verhandlungstag erneut vertagt. Ein Urteil gibt es noch nicht.

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