Zu wenige Plätze in den steirischen Kindergärten und -krippen – das bemängelten die NEOS am Dienstag einmal mehr im Landtag. FPÖ-Bildungslandesrat Stefan Hermann hielt mit Zahlen dagegen. Heiß diskutiert wurde über eine unglückliche Homeoffice-Formulierung.
„Der Ausbau der Kinderbetreuung in der Steiermark wird nicht konsequent genug vorangetrieben.“ Diese Sichtweise von Niko Swatek ist nicht neu, durch aktuelle Zahlen fühlt sich der NEOS-Klubobmann aber bestätigt: So gab es heuer im März 758 Absagen an Familien und 2574 Kinder auf Wartelisten. Laut Swatek fehle es – auch im Vergleich zu anderen Bundesländern – am politischen Willen, daran etwas zu ändern. Er stellte am Dienstag eine dringliche Anfrage im Landtag.
„Ich weise aufs Schärfste zurück, dass der Ausbau in der Steiermark stillsteht“, konterte FPÖ-Bildungslandesrat Stefan Hermann. So wird es im kommenden Betreuungsjahr 1058 Plätze mehr in Kindergärten und 738 zusätzliche Plätze in Kinderkrippen gegeben. Die Warteliste sei „eine Momentaufnahme“, sie werde laufend abgebaut, etwa 200 Kinder hätten bereits einen Platz gefunden. Insgesamt haben aktuell 84 Prozent der angemeldeten Buben und Mädchen für Herbst einen Betreuungsplatz.
Auf Hochtouren wird laut Hermann zudem an einem effizienten Bedarfsplanungstool gearbeitet. Das soll künftig eine Planungsgrundlage bieten und reale Bedürfnisse besser abbilden.
„Diese Erklärung macht mich sprachlos“
Für Aufregung sorgte bereits im Vorfeld eine Antwort der Landesregierung an den Landesrechnungshof. Dort habe es sinngemäß geheißen, es brauche keinen weiteren Betreuungsbedarf, weil ohnehin immer mehr Eltern im Homeoffice arbeiten würden. „Diese Erklärung macht mich sprachlos. Homeoffice kann nie Kinderbetreuung ersetzen, das wissen alle Eltern“, sagt Swatek. „Homeoffice heißt ja nicht, dass ich nichts zum Arbeiten habe.“
Die „kreative Auslegung“ der Homeoffice-Aussage durch die NEOS sei ein „kompletter Schwachsinn“, betonte Hermann. „Jeder in der Landesregierung weiß, dass man Homeoffice nicht mit Kinderbetreuung verbinden kann.“ Gemeint sei vielmehr, dass die meisten Kinder eine Bildungseinrichtung nahe dem Wohnort besuchen, Eltern im Homeoffice würden sich dadurch Zeit für die An- und Abreise zum Arbeitsplatz ersparen. Dadurch sinke der Bedarf an Betreuungszeit.
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