Opernhaus greift durch

La Fenice feuert umstrittene Meloni-Freundin

Ausland
27.04.2026 09:25
Porträt von krone.at
Von krone.at

Aufregung in Venedig: Nach monatelangem Streit hat das Teatro La Fenice am Sonntag die Reißleine gezogen und die Zusammenarbeit mit der umstrittenen Musikdirektorin Beatrice Venezi beendet. Das Opernhaus begründet seine Entscheidung damit, dass sich die 36-Jährige wiederholt „offensiv und schädigend über den künstlerischen und professionellen Wert“ des Hauses und seines Orchesters geäußert hat.

Nach der Trennung von der umstrittenen Künstlerin – sie gilt als Freundin „musikalische Beraterin“ von Italiens Premierministerin Giorgia Meloni muss sich La Fenice auf die Suche nach einem neuen Musikdirektor machen. Er oder sie soll das Amt im Oktober übernehmen und zwar bis März 2030.

Skandal-Interview von Venezi
Wie das Opernhaus mitteilte, seien Venezis kritische Aussagen mit den Grundsätzen der Institution und dem Respekt gegenüber den Orchestermusikern nicht vereinbar. Auslöser war laut italienischen Medien ein Interview Venezis vom 23. April in der argentinischen Zeitung „La Nación“, in dem sie das Orchester des Theaters offen kritisiert hatte. Die Stiftung betonte abschließend ihr Ziel, ein Arbeitsumfeld zu sichern, das auf Respekt, Zusammenarbeit und künstlerischer Exzellenz basiert.

„Ich habe keine Protektion, das ist der Unterschied. Ich komme nicht aus einer Musikerfamilie. Und das ist ein Orchester, in dem Positionen praktisch vom Vater an den Sohn weitergegeben werden“, sagte sie im Interview mit „La Nación“. Fenice-Intendant Nicola Colabianchi distanzierte sich von dieser Aussage. Er erklärte, er teile diese Einschätzung nicht und hob zugleich die „hohe Qualität“ des Orchesters hervor.

Spannungen mit dem Orchester schon seit September
Bereits seit September gab es Spannungen zwischen Teilen des Orchesters und der Leitung im Zusammenhang mit Venezis Ernennung. Musiker hatten die Personalentscheidung kritisiert und ihre fachliche Eignung für das traditionsreiche Haus infrage gestellt.

Italiens Kulturminister Alessandro Giuli stellte sich hinter die Entscheidung der Opernstiftung und sprach von einem autonomen Beschluss der Leitung. Die Gewerkschaft, die die Orchestermitglieder vertritt, begrüßte den Schritt und sprach von einer „richtigen Entscheidung“.

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