Ob mit Muskelkraft betriebenes Fahrrad oder Stromradl: Die Zahl der Unfälle im Rauschzustand hat in der jüngsten Vergangenheit in Tirol deutlich zugenommen. Auch Medikamente sind bei Unglücken im Spiel.
Die nüchternen Zahlen sprechen eine klare Sprache: Im ganzen Jahr 2024 passierten laut Statistik Austria in Tirol 57 Unfälle mit Fahrrädern, bei denen als Hauptunfallursache Alkohol, Drogen oder Medikamente festgestellt wurden. 2025 waren es nur in den ersten drei Quartalen 62 (die Zahlen für das gesamte Jahr stehen noch nicht fest).
29 Alkoholunfälle von E-Bikern
Der Blick auf E-Bikes zeigt ein ähnliches Bild: 24 Unfälle aus denselben Gründen 2024 stehen im Vorjahr 29 gegenüber – allerdings wieder allein in den ersten drei Quartalen.
Gestiegen ist von 2024 auf 2025 auch die Zahl aller Unfälle mit E-Bikes – von 319 auf 392 (jeweils Quartale eins bis drei). Im Gegensatz dazu gingen die Unfälle mit stromlosen Fahrrädern von 1003 auf 973 zurück.
Jeder sechste Unfall mit E-Scootern passiert unter Einfluss von Alkohol. Ab Mai gilt die 0,5-Promille-Grenze.

Wolfgang Weninger, Leiter-Stv. Landesverkehrsabteilung Polizei Tirol
Bild: Polizei
Nur Unfälle im Straßenverkehr – nicht im Gelände
„Diese Zahlen berücksichtigen freilich nur Unfälle im Straßenverkehr. Alpinunfälle sind darin nicht enthalten“, betont Wolfgang Weninger, der stellvertretende Leiter der Landesverkehrsabteilung der Polizei. Das bedeutet, dass klassische Mountainbikeunfälle auf Almwegen nicht enthalten sind. Mutmaßlich fiel die Zahl der Unglücke unter Alkoholeinfluss wohl noch deutlich höher aus.
Bis zu acht Unglücke unter Alkoholeinfluss
Laut Experten Weninger passieren durchschnittlich zwischen fünf und acht Prozent aller Unfälle mit E-Bikes und mit Muskelkraft betriebenen Fahrrädern unter Alkoholeinfluss. Dramatischer scheint jedoch die Unfallauswertung bei den E-Scootern zu sein. „Hier ist bei jedem sechsten Unfall Alkohol im Spiel“, weiß Weninger. Die Promillegrenze für E-Scooter sinkt ab dem 1. Mai von 0,8 auf 0,5.
Der Kfz-Führerschein kann „futsch“ sein
Betrunken Radfahren kann übrigens auch Folgen für den Pkw-Führerschein haben. Stellt die Behörde bei einem betrunkenen Biker (Grenze 0,8) mangelnde Verkehrszuverlässigkeit fest, kann der Kfz-Führerschein „futsch“ sein.
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