Eine neue Umfrage – ein Jahr nach der Wahl – zeigt: Der Verlust der Wiener SPÖ bringt ein Revival von Rot-Grün bei nächster Wahl näher.
Als Michael Ludwig und Christoph Wiederkehr im Jahr 2020 das Rezept ihrer Punschkrapfen-Koalition vorstellten, erstrahlte die rot-pinke Süßspeise in vollem Glanz. Eine aktuelle Umfrage des Instituts für Demoskopie und Datenanalyse (IFDD) im Auftrag der „Krone -zeigt: Die Mandatsmehrheit dieser SPÖ-Neos-Allianz schmilzt wie die Zuckerglasur in der Sonne.
Wäre am kommenden Sonntag Gemeinderatswahl – so würde sich Wien entscheiden. Die Fakten:
SPÖ Wien
37 Prozent! Im Vorjahr waren es beim Urnengang für Michael Ludwig 39,4 Prozent. „Und das, obwohl Regierende auf den verschiedensten Ebenen derzeit einen eisigen Gegenwind verspüren“, fasst IFDD-Chef Christoph Haselmayer zusammen. Aber: Je mehr die Sozialdemokratie verliert, umso mehr wackelt die Mehrheit mit den Neos. Und Ludwig müsste sich ab 2030 neue Partner suchen.
FPÖ Wien
eine Partei, die für eine Koalition für die SPÖ nicht infrage kommt. Bei einer aktuellen Wahl würde Dominik Nepp aktuell 25 Prozent einfahren. Ein Plus im Vergleich zum Vorjahr, da waren es 20,4 Prozent. Die Wiener Freiheitlichen schwimmen also aktuell gemütlich auf der blauen Welle im Bund mit.
Die Grünen:
Gibt es keine Mehrheit mit den Neos mehr, könnte 2030 wieder Rot-Grün kommen oder drohen, je nachdem auf welcher Seite man steht. Die Ökos kämen auf 16 Prozent – 2025 waren es 14,5. Judith Pühringer setzt auf den Kampf für mehr soziale Gerechtigkeit und gegen den Lobautunnel.
Wiener Neos
holten bei der Wahl 10 Prozent und liegen bei der Umfrage bei 10 Prozent. Keine Bewegung in irgendeine Richtung, die Partei hat in Wien offenbar ihren Deckel erreicht. Mit Bettina Emmerling einbetoniert, obwohl ihre Persönlichkeitswerte schlecht sind. Zeigt auch: Egal, ob Wiederkehr an der Spitze oder eine andere Person, die Neos bleiben bei ihrem soliden Status. Heißt aber auch: Wenn die SPÖ weiter verliert, kann Ludwig nicht auf einen Emmerling-Turbo-Boost hoffen.
ÖVP Wien
Die Partei im Jammertal. Bei der Wahl hinterließ Karl Mahrer einen Scherbenhaufen mit 9,7 Prozent. Aber da geht laut Umfrage noch mehr – wenn auch in die andere Richtung: Markus Figl könnte aktuell auf 8 Prozent herabblicken. Eine Volkspartei ohne Volk.
Wer bei seinen Wählern gut ankommt – wer nicht
Bei den befragten Spitzenpolitikern, Stadträten mit und ohne Ressort zeigt sich eine interessante Entwicklung: Demnach hat Dominik Nepp als FPÖ-Chef die meiste Zustimmung seiner eigenen Wähler, 100 Prozent finden, er soll eine wichtige Rolle in Wien spielen. Bürgermeister Michael Ludwig kommt mit 98 Prozent fast genauso gut bei den Anhängern der eigenen Partei an. 88 Prozent der Grünen finden Judith Pühringer relevant. Schlusslicht dieser Befragungskategorie: Neos-Chefin Bettina Emmerling mit 73 Prozent.
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