Mo, 18. Juni 2018

Ukraine-Krise

13.07.2014 14:00

Toter auf russischem Gebiet - Moskau droht

Beim Beschuss russischen Staatsgebiets von ukrainischer Seite hat es am Wochenende offenbar ein Todesopfer gegeben. Zwei Menschen seien verletzt worden, meldete die Agentur Interfax. Moskau reagierte umgehend und warnte die Ukraine vor "unwiderruflichen" Konsequenzen. Bei dem Angriff handle es sich um eine Aggression der Ukraine gegen russisches Hoheitsgebiet und die Bevölkerung der Russischen Föderation, teilte das Außenministerium in Moskau am Sonntag mit.

Der Russe kam demnach am Sonntagmorgen ums Leben, als Granaten, die von der Ukraine aus abgeschossen wurden, zwei Häuser in der russischen Grenzregion Rostow trafen. Zwei Frauen wurden verletzt. Die Ukraine wies die Darstellung zurück. "Es gibt keinen Zweifel, ukrainische Streitkräfte schießen nicht in russisches Territorium. Wir haben nicht geschossen", sagte ein Militärsprecher.

Die ukrainische Luftwaffe hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Kiew unterdessen erneut Separatistenstellungen in der Ostukraine unter Feuer genommen und dabei Dutzende Aufständische getötet. Dabei sei auch Technik zerstört worden, teilte das Ministerium in Kiew mit.

Widersprüchliche Angaben zu den Opferzahlen
Zentrum des Blutvergießens in der Ostukraine war am Wochenende weiter die Stadt Donezk mit ihren Vororten. Der Sprecher der von Kiew geführten "Antiterroroperation", Wladislaw Selesnjow, hatte am Samstag mitgeteilt, bei den Luftschlägen in den Regionen Donezk und Lugansk seien rund 1.000 Separatisten getötet worden, davon allein 500 in Dserschinsk. Ein Separatistensprecher wies dies zurück: In Dserschinsk - nahe der Großstadt Donezk - gebe es keine solche Zahl an Kämpfern. Die prorussischen Kräfte meldeten ihrerseits den Abschuss eines ukrainischen Kampfbombers vom Typ Suchoi Su-25 in der Stadt Gorlowka.

Die Kämpfe in der Ostukraine dauern seit Mitte April an. Die ukrainische Führung will mit dem militärischen Vorgehen verhindern, dass sich die nicht anerkannten "Volksrepubliken" Donezk und Lugansk komplett von der Ukraine abspalten. Die russisch geprägte Region Donbass erkennt die proeuropäische Führung in Kiew nicht an.

"Humanitäre Katastrophe": Menschen fliehen nach Russland
Russische Behördern berichten von einer "humanitären Katastrophe" auf ihrem Staatsterritorium in der betroffenen Grenzregion. Rund 21.000 Flüchtlinge hielten sich demnach derzeit in den insgesamt 321 eingerichteten Übergangslagern auf, wie das Zivilschutzministerium mitteilte. Insgesamt 30 Regionen würden inzwischen Ukrainer aufnehmen.

Die aus dem Kriegsgebiet geflüchteten Menschen kommen bisher mehrheitlich bei ihren Verwandten, Bekannten und bei Freiwilligen unter. Die Gesamtzahl der aus der Ostukraine Übergesiedelten liegt nach Angaben der russischen Migrationsbehörde bei rund einer halben Million Menschen. Eine unabhängige Bestätigung dafür gab es nicht. Der selbst ernannte Regierungschef der von den Aufständischen als Volksrepublik Donezk bezeichneten Metropole, Alexander Borodaj, teilte mit, mehr als 70.000 der etwa 900.000 Einwohner von Donezk hätten bereits die Flucht ergriffen.

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