Egal, ob auf der neuen Koralmbahn oder auf der alten Südstrecke über das Murtal: Selbst wer sowohl das steirische als auch das Kärntner Klimaticket besitzt, muss für das Teilstück über die Landesgrenze ein Zusatz-Ticket lösen. Die ÖVP will mit einer Unterschriftenaktion Druck für eine Lösung aufbauen.
Grund für die Farce rund um die Klimatickets ist das sogenannte Stückelungsverbot in den Tarifbestimmungen der ÖBB, das seit Monaten für großen Ärger sorgt. Erst in der Vorwoche berichteten wir über eine pensionierte Murtalerin, die jede Woche zum Betreuen ihres Enkelkinds nach Klagenfurt fährt, beide regionalen Klimatickets besitzt und für das Teilstück zwischen Neumarkt und Friesach noch eine eigene Fahrkarte benötigt.
Die steirische ÖVP-Chefin und Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom und ihr Kärntner Pendant Martin Gruber haben nun eine Unterschriften-Aktion (koralmstrecke.at) gestartet und rufen Pendler auf, zu unterzeichnen, um Druck auf die ÖBB auszuüben. Das Stückelungsverbot soll aufgehoben werden.
„Wer zwei gültige Tickets hat, darf nicht an einer künstlichen Grenze scheitern“, meint Khom. „Unser Ziel ist ein einfaches, verständliches und vor allem faires System für die Menschen. Es kann nicht sein, dass ausgerechnet jene bestraft werden, die bereits in nachhaltige Mobilität investieren.“ Und Gruber betont: „Die Koralmbahn ist ein Meilenstein für die Steiermark, Kärnten und den Wirtschafts- und Lebensraum im Süden Österreichs. Sie darf aber nicht nur ein infrastruktureller Lückenschluss sein, sondern muss auch tariflich verbinden.“
Länder wollen nicht mehr bezahlen
Freilich: Die Lösung soll nach Wunsch der beiden ÖVP-Politiker keine Mehrkosten für die beiden Bundesländer bringen. Die ÖBB verweisen hingegen stets darauf, dass sie die Zusatzkosten bei einer Tarifänderung nicht alleine tragen können – und auf die Möglichkeit eines österreichweiten Klimatickets.
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