„Ich erschieß’ alle!“ Mit wirren Drohmails und Falschmeldungen an das Landeskriminalamt Vorarlberg sorgte eine 53-jährige Tirolerin, die an einem massiven Alkoholproblem leidet, immer wieder für Polizeieinsätze. Nun muss sie dafür hinter Gitter.
Wie gefährlich und folgenschwer alkoholbedingte Kontrollverluste sein können – und wie schnell aus „unüberlegten“ Handlungen sogar strafbare Delikte werden können, zeigte am Donnerstag ein Fall am Innsbrucker Landesgericht.
Keine Erklärung, warum ausgerechnet Vorarlberg
Völlig betrunken verschickte eine 53-jährige Tirolerin gleich mehrfach Droh- und Falschmeldungen per Mail an das LKA Vorarlberg. Einmal drohte sie, sie werde alle erschießen, in weiteren Nachrichten meinte sie, sie habe bereits ihre Freundin bzw. ihren Mann getötet, oder sie behauptete, sie sei vergewaltigt worden. Alle Angaben stellten sich als frei erfunden heraus.
„Ich weiß auch nicht, warum ich das gemacht habe“, zeigte sich die Notstandshilfe-Bezieherin, die derzeit wegen Verwaltungsstrafen im Polizeianhaltezentrum sitzt, reumütig. Rätselhaft: Einen Bezug zum LKA Vorarlberg habe sie eigenen Angaben zufolge nicht.
Ich trinke. Ich trinke viel. Und ich weiß, dass ich ein Alkoholproblem habe.
die Angeklagte vor Gericht
Angeklagter ist massives Alkoholproblem bewusst
„Ich weiß, dass ich ein Alkoholproblem habe“, versuchte sich die 53-Jährige zu rechtfertigen. Dass sie zu manchen Tatzeitpunkten vier (!) Promille Alkohol im Blut hatte, dürfte aber wohl auch den ein oder anderen Ermittler überrascht haben.
Die lange Liste einschlägiger Vorstrafen ließ dem Richter keine Wahl. Er verhängte – nicht rechtskräftig – neun Monate Haft und widerrief drei Monate aus einer früheren Verurteilung. Weitere zehn Monate, die offen sind, muss die Tirolerin aber nicht hinter Gitter.
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