Moor-Projekte in Tirol

Die „Paradies-Wiese“ soll wieder wie früher sein

Tirol
24.04.2026 15:00

Die „Paradies-Wiese“ in Kitzbühel soll wieder das werden, was sie einmal war. Denn der einstige Torfabbau veränderte diesen Lebensraum massiv. Nun steht eine Renaturierung an – und nicht nur hier.

Einst wurde das Moor trockengelegt und die Stadtbewohner verwendeten den gewonnenen Torf bis in die 1950er Jahre als Heizmaterial. Ab Herbst wird der einzigartige Lebensraum mit 7,5 Hektar im Rahmen des österreichweiten Projektes AMooRe (Austrian Moor Restoration) wiederhergestellt.

Insgesamt mehr als 100 Hektar im Visier
„Insgesamt liegen für die kommenden Jahre schon Vorhaben von mehr als 100 Hektar auf dem Tisch und es könnten noch mehr werden. Alleine im Bezirk Kitzbühel sind über 20 Hektar bereits fixiert und teilweise schon umgesetzt“, freut sich LR René Zumtobel (SPÖ).

Das Projektgebiet aus der Vogelperspektive.
Das Projektgebiet aus der Vogelperspektive.(Bild: Land Tirol/Schallhart)

Viele Grundbesitzer würden sich erfreulicherweise aufgeschlossen zeigen. Beim Projekt in Kitz ist die Stadt selbst die Eigentümerin. Maßnahmen sind etwa Spundwände im Erdreich, die das Wasser zurückhalten. Der einstige Torfabbau verursachte nämlich Geländeunterschiede, wodurch zu viel Wasser abfloss.

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Es ist großartig, dass so viele Grundbesitzerinnen und Grundbesitzer von der Bedeutung der Moorflächen überzeugt sind und für Naturschutz eintreten.

LR René Zumtobel (SPÖ)

Höhenunterschiede durch Torfabbau herausfordernd
Bürgermeister Klaus Winkler: „Es ist uns vonseiten der Gemeinde ein großes Anliegen, dieses wunderbare Stück Natur wiederherzustellen.“ Das ist durchaus eine Herausforderung: Durch den jahrzehntelangen Torfabbau sind in der Fläche erhebliche Höhenunterschiede entstanden.

Wer lugt hier hervor? Unter anderem finden Frösche einen Lebensraum, der nun verbessert werden ...
Wer lugt hier hervor? Unter anderem finden Frösche einen Lebensraum, der nun verbessert werden soll.(Bild: Land Tirol/Schallhart)

Zusätzlich entwässern mehrere Gräben das Gebiet, wodurch Wasser kontinuierlich abgeführt wird. Ziel der Revitalisierung ist die Wiederherstellung eines ökologisch funktionalen Hochmoors. 

Projekt AMooRe

Moore wurden als Lebensraum lange Zeit unterschätzt: Dabei sind sie als natürliche CO2-Speicher extrem wertvoll und auch für das lokale Klima relevant. Die Feuchtgebiete mit meist sauren Böden beheimaten zudem hochspezialisierte Pflanzen- und Tierarten.

Im Rahmen eines durch das Land Tirol finanzierten Vorgängerprojekts „Renaturierung ausgewählter Moorstandorte“ konnten in Tirol seit 2020 bereits neun Moore revitalisiert bzw. deren ökologischer Zustand verbessert werden. Das Projekt AMooRe wird zu 60 Prozent aus EU-Mitteln finanziert und geht über die Grenzen Tirols hinaus: Neben den neun Bundesländern ist auch das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft Projektpartner.

Ziel ist es, die Moorstrategie Österreich 2030+ erfolgreich umzusetzen. Insgesamt stehen bis 2034 rund 44 Millionen Euro an EU-Fördermitteln zur Verfügung, 2,3 Millionen Euro davon für Tirol.

Spundwände im Erdreich als eine der Maßnahmen
Felix Lassacher von der Abteilung Umweltschutz des Landes erklärt: „Die durch den historischen Torfstich entstandenen Geländeunterschiede erschweren es, einen gleichmäßigen Wasserstand knapp unterhalb der Vegetationsoberfläche einzustellen. Um den Wasserstand dennoch möglichst flächendeckend anzuheben, werden zahlreiche Spundwände errichtet und bestehende Entwässerungsgräben geschlossen.“

Die „Paradies-Wiese“ mit Blick auf das Kitzbüheler Horn.
Die „Paradies-Wiese“ mit Blick auf das Kitzbüheler Horn.(Bild: Land Tirol/Schallhart)

Information an Schüler, Landwirte und Bürger
Begleitet wird der Prozess mit einer umfangreichen Informations- und Bildungsinitiative, für die die Kommunikationsagentur sonntagplus gemeinsam mit dem Verein natopia engagiert wurde. Hermann Sonntag von sonntagplus erklärt: „Der Lebensraum Moor ist vielen Menschen wenig vertraut. Umso wichtiger ist es, Schülerinnen und Schülern, Landwirtinnen und Landwirten sowie allen Interessierten die ökologische Bedeutung unserer heimischen Moore als Lebensraum und ihre Bedeutung für das regionale Klima zu vermitteln.“ 

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