Förderung gestrichen

Opferschutzverein Zara droht nun das Aus

Innenpolitik
20.04.2026 11:35
Porträt von krone.at
Von krone.at

Dem Verein Zara, der sich um Opfer von Hass und Rassismus im Internet kümmert, droht dem Vernehmen nach wegen der Streichung von Fördergeldern seitens der Regierung das Aus.

Wie der „Standard“ berichtet, streicht Familienministerin Claudia Bauer aus „budgetären Gründen“ sämtliche Förderungen für den Opferschutzverein, der seit 2018 mit Steuergeldern mitfinanziert wird. Das Budget, aus dem unter anderem kostenlose rechtliche und psychosoziale Beratung für Betroffene finanziert werden, setzt sich weiters aus Fördermitteln der Stadt Wien, aus privaten Spenden und Eigenmitteln zusammen. „Gewaltschutz und Gewaltprävention sind gesamtgesellschaftliche Aufgaben, zu deren Erfüllung mehrere Ministerien Verantwortung tragen“, hielt Bauers Ressort zum überraschenden Entschluss fest.

Hilfe für Opfer von Rassismus und Hass im Internet könnte nun erschwert werden.
Hilfe für Opfer von Rassismus und Hass im Internet könnte nun erschwert werden.(Bild: APA/HELMUT FOHRINGER)

18 Arbeitsplätze bedroht
Neben der wichtigen Arbeit und der Expertise sind nun auch 18 Arbeitsplätze bedroht. Die Empörung bei der Opposition und anderen Nichtregierungsorganisationen ist groß. „Das ist ein verantwortungsloser Frontalangriff auf den Opferschutz. Vor wenigen Tagen inszeniert sich diese Regierung noch vollmundig als Kämpferin gegen digitale und KI generierte Gewalt und jetzt zerschlägt die ÖVP mit dem Vorschlaghammer genau jene Struktur, die Betroffene tatsächlich schützt. Das ist an Zynismus kaum zu überbieten“, erklärt Grünen-Frauensprecherin Meri Disoski.

„Anschlag auf Anti-Rassismus-Arbeit in Österreich“
Die Menschenrechtsorganisation SOS Mitmensch zeigt sich entsetzt. „Der angekündigte Förderstopp für ZARA ist nicht weniger als ein Anschlag auf die Anti-Rassismus-Arbeit in Österreich. Ministerin Bauer ist offenbar nicht bewusst, wie wichtig es für Rassismusbetroffene ist, eine unabhängige Stelle zu haben, an die sie sich wenden können, die sie berät und ihre Anliegen vertritt“, beklagt Sprecher Alexander Pollak.

„Diese Kürzungen sind nicht nur kurzsichtig, sie gefährden ganz konkret den Schutz von Menschen, die tagtäglich Diskriminierung und Gewalt erleben“, kritisiert Ina Pölzl, Vereinssekretärin der Homosexuellen Initiative HOSI.

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