Aufgrund der veränderten Weltlage aktualisiert auch das Fürstentum Liechtenstein seine sicherheitspolitische Strategie. Auf eine eigene Armee verzichtet der Kleinstaat aber weiterhin.
Im Cyber-Bereich habe man eine enge Zusammenarbeit mit verschiedenen europäischen Nationen, nicht nur mit den Nachbarländern Schweiz und Österreich, sagte Regierungschefin Brigitte Haas am Montag bei der Vorstellung der aktuellen Sicherheitsstrategie.
„Wichtig, dass die Schweiz an uns denkt“
Bei der Zusammenarbeit gehe es weniger um einen NATO-Beitritt oder etwas Ähnliches, so Haas. „Dafür bräuchten wir ein Militär und auf dieses verzichten wir weiterhin“, stellte die Regierungschefin klar. „Uns ist aber auch klar, dass uns die Schweiz im Ernstfall nicht verteidigt, aber wichtig ist für uns, dass sie an uns denken.“ Man habe deshalb gerade im vergangenen November an einer Übung der Schweiz teilgenommen, welche die Stärkung des gemeinsamen Krisenmanagements und der Kontakte mit den Schweizer Stellen und Institutionen zum Ziel hatte.
Innenminister Hubert Büchel sagte, dass Liechtenstein von anderen Ländern abhängig sei. „Unsere Antwort darauf ist, dass wir ein verlässlicher Partner sein wollen, der sich gezielt vernetzt. So ist denn auch ein Teil der Strategie, dass man engere Kooperationen mit verschiedenen Ländern anstrebt.“ Dabei gehe es aber nicht nur um klassische Sicherheitspolitik, „sondern auch wirtschaftliche Sicherheiten spielen eine zentrale Rolle“. Der Innenminister kündigte an, dass die Landespolizei von 130 auf 160 Personen aufgestockt werde.
Cyberangriffe als neue Bedrohung
„Das Thema Sicherheit bei uns im Land war bisher während vieler Jahre auf Rüfen (Muren, Anm.), Lawinen- und Hochwasserschutz konzentriert. Das ist weiterhin von höchster Bedeutung, aber angesichts der Digitalisierung sind andere Sicherheitsaspekte hinzugekommen“, sagte die Regierungschefin. Als Beispiele nannte sie mögliche Cyberattacken gegen Unternehmen oder die Streuung von falschen Gerüchten. In Liechtenstein haben zahlreiche bedeutende Unternehmen wie der Werkzeughersteller Hilti oder das im Besitz der Fürstenfamilie stehende Finanzinstitut LGT ihren Sitz.
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