Leichter Rückgang

Anti-Rassismus-Beratung dokumentierte 1539 Fälle

Österreich
13.04.2026 13:06
Porträt von krone.at
Von krone.at

 Bei der Anti-Rassismus-Beratungsstelle ZARA sind 2025 1539 Meldungen von Rassismus dokumentiert worden. Das ist ein leichter Rückgang von 6,5 Prozent gegenüber dem Jahr zuvor. Deutlich häufiger als in den Vorjahren wurden die rassistischen Vorfälle laut dem am Montag veröffentlichten Bericht von Betroffenen selbst gemeldet – konkret 47 Prozent der Meldungen. 

Die übrigen 53 stammten von Zeuginnen oder Zeugen, 2024 waren nur 21 Prozent der Meldungen von Betroffenen gekommen.

Erneut betrafen mehr als die Hälfte der gemeldeten rassistischen Vorfälle (56 Prozent) Online-Rassismus. 15 Prozent der Fälle entfielen auf rassistische Vorfälle im öffentlichen Raum, acht Prozent auf Rassismus durch staatliche Behörden und Institutionen, sieben Prozent durch die Polizei. In 13 von 61 Fällen gemeldeter rassistischer Polizeigewalt reichten die Betroffenen mit Hilfe von ZARA formale Beschwerden ein.

Die Infografik zeigt die von ZARA dokumentierten rassistischen Vorfälle in Österreich von 2000 bis 2025 sowie deren Verteilung nach Bereichen im Jahr 2025. Die Zahl der Vorfälle erreichte 2020 mit 3.039 einen Höchstwert und liegt 2025 bei 1.539. Im Jahr 2025 entfallen 56 % der Vorfälle auf das Internet, 15 % auf den öffentlichen Raum und 9 % auf Güter und Dienstleistungen. Quelle: ZARA.

96 Meldungen von Rassismus im Bildungsbereich
Der Fokus des diesjährigen ZARA-Berichts liegt auf Rassismus in Bildungsinstitutionen. 2025 wurden von der Beratungsstelle 96 Rassismus-Meldungen im Bildungsbereich dokumentiert. Der Großteil (59 Prozent) davon betraf die Schule, 20 Prozent Hochschulen, 17 Prozent andere Ausbildungen und vier Prozent Kindergärten. „Rassismuserfahrungen können sich bereits im Kindesalter negativ auf die soziale, emotionale und gesundheitliche Entwicklung auswirken“, heißt es in dem Bericht.

Schülerinnen und Schüler hätten oft Angst, dass Lehrpersonen sich nach einer Beschwerde „rächen“ könnten oder sogar noch andere Lehrkräfte auf ihre Seite ziehen. Vor allem jene mit weniger guten Noten würden oft befürchten, dass eine Beschwerde gegen Lehrpersonen sich negativ auf die Verhaltensnote auswirkt. Sie haben Angst, dass sie die schlechtere von zwei möglichen Noten erhalten. Deswegen würden Vorfälle oft nicht gemeldet, weshalb von einer hohen Dunkelziffer auszugehen ist.

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