In der Dornbirner Gemeinde Dornbirn wird der Staufensee entleert und geräumt. Dort hat sich in den vergangenen Jahren zu viel Schlick und Sand abgelagert. Allerdings braucht es erst einmal ein Hochwasser, bevor mit der Entleerung begonnen werden kann.
Mit dem nächsten Hochwasserereignis soll die schrittweise Räumung des Staufensees oberhalb der Rappenlochschlucht in Dornbirn beginnen. Über Jahre haben sich hier große Mengen an Sand und Schlick abgelagert, die aufgrund des Felssturzes im Rappenloch nicht mehr ausgeschwemmt werden konnten. Die schrittweise Entleerung ist ein technisch anspruchsvoller Prozess, der gezielt die Kraft des Hochwassers nutzt und gleichzeitig den Naturraum weiterentwickeln kann, heißt es dazu vonseiten der Stadt.
Dem Projekt ging eine mehrjährige Vorbereitung voraus. In enger Abstimmung mit Fachplanern und Behörden wurde ein Maßnahmenkonzept entwickelt, das die Grundlage für die Umsetzung bildet. Im Mittelpunkt stehen dabei drei gleichwertige Ziele: Sicherheit, Hochwasserschutz und der Schutz des sensiblen Naturraums.
Der See wird nicht auf einmal entleert. Stattdessen nutzt die Stadt gezielt natürliche Hochwasserereignisse. Immer dann, wenn die Dornbirner Ach deutlich mehr Wasser führt, werden Sand und Schlick über den sanierten Abflussstollen ausgetragen. Die Ablagerungen werden dabei mit der Strömung weitertransportiert – ein Prozess, der technisch gesteuert wird, sich aber am natürlichen Geschehen orientiert.
Eingreifen bei Erreichen von Grenzwerten
Während dieser Phasen wird das Geschehen genau beobachtet. An mehreren Messstellen wird laufend erfasst, wie stark das Wasser zusätzlich eingetrübt ist. Die Daten werden automatisch übermittelt und sofort ausgewertet. So kann jederzeit eingegriffen werden, falls Grenzwerte erreicht werden. Die zusätzliche Trübung bleibt jedoch so gering, dass sie den Fischbestand in der Dornbirner Ach möglichst schont. Parallel dazu wurde der Bachlauf auf die neuen Bedingungen vorbereitet. Mit gezielten Einbauten aus Flussbausteinen entstehen in der Dornbirner Ach unterhalb der Furt neue Strukturen. Das Wasser kann hier wieder stärker mäandrieren, es bilden sich ruhigere Bereiche und flachere Zonen – genau jene Plätze, die Fischen bei Hochwasser Schutz bieten.
Die Entleerung wird Zeit brauchen. Zwei bis drei Jahre sind vorgesehen, abhängig davon, wie oft und wie stark Hochwasserereignisse auftreten. Im oberen Bereich des Sees bleiben gröbere Ablagerungen wie Kies erhalten und können weiterhin genutzt werden. In den mittleren Abschnitten wird der See weitgehend ausgespült. Und im unteren Bereich entsteht Schritt für Schritt etwas Neues: flache Uferzonen, die künftig zusätzlichen Lebensraum für Pflanzen und Tiere bieten. Der Bereich oberhalb der Staumauer muss gemäß den Vorgaben der Behörde weitgehend geräumt werden.
Rund um den See wird sich künftig einiges ändern
Der Blick geht dabei über den See hinaus. Der Staufensee liegt eingebettet zwischen Rappenlochschlucht und Alploch – ein viel genutzter Natur- und Erholungsraum. Rund um den See wird sich in den kommenden Jahren einiges verändern. Oberhalb entsteht derzeit ein neues Kraftwerk der VKW, während das historische Gebäude erhalten bleibt und künftig als Museum zugänglich sein soll. Der Platz dazwischen wird als Aufenthaltsort gestaltet – ein Punkt, an dem Wanderer künftig innehalten können, bevor es weiter in die Schluchten oder rund um den See geht. Mit dem Abschluss der Entleerung kann auch die bestehende Umfahrungsstraße wird zurückgebaut werden. Künftig gehört dieser Bereich wieder ganz den Wanderern.
Lebensgefahr
Für Besucher und Besucherinnen ist während der Arbeiten besondere Vorsicht erforderlich. Sobald die Spülungen beginnen, wird der Staufensee abgesperrt und darf nicht mehr betreten werden. Die freigelegten Anlandungsflächen dürfen nicht betreten werden. Diese Flächen sind nicht tragfähig und können sich mit Beginn der Ausspülung plötzlich lösen oder abbrechen. Es besteht Absturz- und Einbruchgefahr. Ein Betreten ist daher lebensgefährlich und strikt untersagt. Entsprechende Absperrungen und Beschilderungen werden eingerichtet.
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