Zu viel Kritik, private und persönliche Angriffe – der ÖVP-Ortschef von Deutschkreutz im Mittelburgenland räumte das Feld, eine Neuwahl steht jetzt bevor.
Seit Langem sah sich Bürgermeister Andreas Kacsits mit heftiger Kritik in der Gemeindepolitik von Deutschkreutz konfrontiert. Am Montag in der Früh zog der ÖVP-Ortschef, der das Amt im September 2021 vom zurückgetretenen Bündnis-Liste-Burgenland-Obmann Manfred Kölly übernommen hatte, die Konsequenzen und verkündete per Brief seinen Abgang.
Vizebürgermeister lenkt die Geschicke
„Nach reiflicher Überlegung und aus beruflichen Gründen, aber auch wegen der Vorkommnisse in den vergangenen Wochen und Monaten werde ich mit heutigem Tag das Amt übergeben“, teilte Kacsits mit. Die Geschicke lenkt vorläufig Vizebürgermeister Jürgen Hofer von der SPÖ.
„Vor 15 Jahren bin ich völlig unbelastet und voller Tatendrang und Energie in die Kommunalpolitik eingestiegen“, ist zu lesen. Nach Jahren harter Arbeit sei jedoch aufgrund der momentanen Situation sowie vieler privater und persönlicher Angriffe die Zeit für einen Neuanfang gekommen – „für mich und die Gemeinde“, so Kacsits. Das Ende seiner Bürgermeister-Ära habe sich für Polit-Beobachter bereits abgezeichnet.
Das Fass zum Überlaufen dürfte die letzte Gemeinderatssitzung gebracht haben. Von zehn ÖVP-Mandataren sind nur vier erschienen, von neun SPÖ-Mitgliedern sieben, von sechs Bündnis-Liste-Burgenland-Vertretern drei. „Jetzt reicht’s“, soll dem ÖVP-Ortschef über die Lippen gekommen sein.
Schritt „verdient Respekt“
Ein Neuanfang ist bereits gemacht. Nach der Entlassung der Amtsleiterin im Oktober 2025, die in eine Schwarzarbeit-Affäre bei Aushilfskräften in der Gemeinde verwickelt war, ist ab Mai offiziell ein Nachfolger in dieser Funktion tätig. „Kacsits’ Schritt verdient Respekt. In einer Phase, in der wichtige Entscheidungen anstehen, eröffnet sich damit die Chance, die Gemeindearbeit neu zu ordnen“, sagte Hofer.
Für die bevorstehende Bürgermeisterwahl stellt die ÖVP schon die Weichen und schickt ihre Gemeindeobfrau Eva Heidenreich als Kandidatin ins Rennen. „Wir werden kandidieren, doch jetzt geht Deutschkreutz vor, Parteipolitik muss warten“, erklärte Listenchef Kölly.
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