Viele Häuser bedroht

Zu gefährlich: Alte Stollen werden jetzt verfüllt

Niederösterreich
20.04.2026 06:00

Während des Zweiten Weltkrieges boten sie Tausenden Schutz, nun wurden die kilometerlangen Stollenanlagen unter Amstetten selbst zum Sicherheitsrisiko für darüber gebaute Häuser. Sie werden nun verfüllt.

Tief unter Amstetten zieht sich ein verborgenes Labyrinth durch den Untergrund. Doch die alten Stollen, die im Zweiten Weltkrieg Schutz boten, werden nun selbst zur Gefahr – für rund vier Dutzend Häuser, die sich viele Meter darüber an der Oberfläche der Bezirkshauptstadt befinden.

Moderne Messtechnik
Denn seit Jahren wird der Zustand der unterirdischen Anlagen am Reitbauernberg und Kreuzberg mit moderner Laserscan-Technologie analysiert. Die Ergebnisse haben eine zunehmende Verschlechterung der Bausubstanz festgestellt.

Bei einer Infoveranstaltung in Amstetten wurden die Maßnahmen detailliert erklärt.
Bei einer Infoveranstaltung in Amstetten wurden die Maßnahmen detailliert erklärt.(Bild: Franz Crepaz)

„Sicherheit hat oberste Priorität“
Die Burghauptmannschaft Österreich als zuständige Behörde – die Stollen sind Eigentum der Republik – hat daher die Verfüllung der Anlagen beauftragt. Seit Kurzem gibt es dafür einen Baubescheid, aktuell läuft die Ausschreibung der ausführenden Firmen. „Wir haben die Situation gründlich analysiert und die Sicherheit der Anrainer hat für uns oberste Priorität“, betont Burghauptmann Reinhold Sahl bei einer Infoveranstaltung vor Ort.

Tief unter Amstetten boten die Stollen im Zweiten Weltkrieg Tausenden Schutz.
Tief unter Amstetten boten die Stollen im Zweiten Weltkrieg Tausenden Schutz.(Bild: Burghauptmannschaft Österreich)

150 Bohrlöcher
Auf einer Strecke von rund 1,6 Kilometern werden dazu etwa 150 Bohrlöcher hergestellt, über die das Verfüllmaterial in die Hohlräume eingebracht wird. Mittels Kernbohrungen werden die Maßnahmen ständig evaluiert. Die Arbeiten sollen im zweiten Quartal mit der Beweissicherung an Gebäuden und Grundstücken beginnen. Ab November geht das Projekt mit der vollständigen Wiederherstellung der betroffenen Flächen in die finale Phase. „Den Anrainern entstehen keinerlei Kosten“, betont Sahl. Insgesamt wird rund acht Monate gearbeitet.

Ombudsstelle eingerichtet
Um möglichst transparent zu arbeiten, wurde für Betroffene bei der Burghauptmannschaft unter amstetten@burghauptmannschaft.at sowie unter 01 536 49-814606 eine eigene Ombudsstelle eingerichtet.

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