Standort in Wörgl

Private Med-Uni streckt ihre Fühler nach Tirol aus

Tirol
19.04.2026 09:00

Die SFU liebäugelt mit einem Standort in Wörgl und rechnet mit 40 Ärzten pro Jahr für Tirol. In trockenen Tüchern ist das Projekt aber noch nicht. Rückendeckung kommt von den Ortschefs mehrerer Gemeinden. 

Ein Thema, das in Tirol und bundesweit regelmäßig aufploppt, ist der Mangel an Medizinern. Hierzulande wird auch immer wieder darüber diskutiert, wie man deutsche Studierende nach ihrem Medizinstudium am Standort behalten kann. Um das Problem der fehlenden Ärzte etwas zu entschärfen, möchte die Sigmund Freud PrivatUniversität (SFU), die in Österreich bereits in Wien und Linz vertreten ist, in Wörgl einen weiteren, privat finanzierten Standort in Betrieb nehmen.

Eines gleich vorweg: In trockenen Tüchern ist das Vorhaben noch nicht. Derzeit läuft die Prüfungsphase mit zahlreichen Gesprächen, voraussichtlich noch bis Mitte des Jahres. Danach wird eine Entscheidung getroffen, ob die Errichtung des Studienstandortes umsetzbar ist. Bei einer positiven Gesamtbewertung wäre der Studienstart frühestens ab dem Jahr 2028 denkbar.

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Wir sehen in diesem Vorhaben eine echte Chance für Tirol.

Die Bürgermeister aus den Umlandgemeinden

Rechnen mit 40 neuen Ärzten pro Jahr für Tirol
In einer Aussendung rechnen die Verantwortlichen vor, dass „bei geplanten 120 Studierenden pro Jahr von einem Verbleib von rund einem Drittel der Absolventen am Standort zu rechnen ist“. 40 neue Ärzte pro Jahr würden zum Schließen der Versorgungslücke beitragen, sind die Planer überzeugt.

Für einen etwaigen Studienbetrieb sind logischerweise auch entsprechende Ausbildungs- und Praktikumsplätze vor Ort notwendig. Die Kosten hierfür würde die SFU selbst übernehmen. „Diesbezüglich befinden wir uns gerade in konstruktiven, aber von öffentlichen Entscheidern nicht unterstützten, Gesprächen“, heißt es.

Pro Jahr wird mit 40 neuen Ärzten für Tirol gerechnet.
Pro Jahr wird mit 40 neuen Ärzten für Tirol gerechnet.(Bild: Johanna Birbaumer)

Effekte für die Tiroler Wirtschaft ausgerechnet
Um das Projekt den politischen Entscheidungsträgern schmackhaft zu machen, führt die SFU auch die Effekte für die Wirtschaft ins Feld. Die geschätzten Investitionen für die Errichtung des Campus und weiterer Infrastruktur werden mit 100 Millionen Euro beziffert. Zudem wird mit Studiengebühren von 21 Millionen Euro gerechnet, welche in die regionale Wirtschaft zurückfließen. Und „bei über 1400 Studierenden im Vollbetrieb ist mit Ausgaben für Leben und Freizeit mit rund 1000 Euro zu rechnen und demnach mit rund 17 Millionen Euro an direkten und weiteren zwei bis vier Millionen Euro an indirekten wirtschaftlichen Effekten“.

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Das Land muss ernsthaft prüfen, wie daraus ein echter Mehrwert für die Bevölkerung entstehen kann.

Die Bürgermeister aus den Umlandgemeinden

Bürgermeister aus dem Umland aufgeschlossen
Unterstützung erhält die SFU zumindest schon von den Bürgermeistern aus Wörgl, Kufstein, Kitzbühel, St. Johann und Jenbach. „Wir sehen in diesem Vorhaben eine echte Chance für Tirol. Wenn in diesen Zeiten ein privater, anerkannter Akteur zusätzliche Ausbildungskapazität, Finanzierung und die Bereitschaft zu Kooperationen mitbringt, dann muss das Land ernsthaft prüfen, wie daraus ein echter Mehrwert für die Bevölkerung entstehen kann. Es geht für uns auch um die Versorgungssicherheit von morgen,“, sagen sie in einem gemeinsam abgegebenen Statement.

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