Die Fotografin und gebürtige Badnerin Michaela Vondruska widmet sich in ihrer aktuellen Ausstellung „40 Jahre Tschernobyl“ im Theater am Steg in Baden einer der größten Katastrophen des 20. Jahrhunderts.
Die gezeigten Bilder entstanden bei zwei Aufenthalten in der Sperrzone rund um Tschernobyl in den Jahren 2018 und 2019. Vondruska dokumentierte dabei das zerstörte Atomkraftwerk, die verlassene Stadt Prypjat und weitere Orte, an denen die Folgen der Katastrophe bis heute sichtbar sind. „Es sieht dort aus wie im Krieg“, beschreibt sie die Szenarien, die ihr dort vor die Linse kamen.
Zeitzeuge schildert detailgetreu den Tag
Ihre Fotografien zeigen dabei keine Inszenierung, sondern stille, verlassene Szenerien – geprägt von Verfall, Erinnerung und der langsamen Rückkehr der Natur. „Tiere wie Wildpferde, Wölfe und Füchse eroberten sich rasch ihr Revier zurück“, erzählt sie. Ein besonderes Exemplar, das die grausigen Folgen der Katastrophe bildlich dokumentiert, lief ihr sogar vor die Linse: ein Fuchs mit zwei Schwänzen.
Besonders eindrücklich waren für sie auch persönliche Begegnungen, etwa mit dem damals 27-jährigen Atomtechniker Oleksii Breus, der am Tag der Katastrophe im Reaktor arbeitete. „Er wollte am 26. April um 7.30 Uhr seinen Dienst antreten – aber sein Arbeitsplatz existierte nicht mehr“, erzählt die Fotografin. Noch heute steht sie mit ihm – er lebt nun in der Schweiz – in engem Kontakt.
Die Ausstellung lädt dazu ein, über die langfristigen Folgen, Verantwortung und die Zerbrechlichkeit unserer Welt nachzudenken. Sie ist unter der Woche sowie bei Veranstaltungen geöffnet, an den Wochenenden ist die Künstlerin persönlich vor Ort. Am 26. April, dem 40. Jahrestag der Katastrophe, findet zudem eine Gedenkveranstaltung statt.
Und nicht nur beeindruckende Bilder werden zu sehen sein, sondern auch die tief unter die Haut gehenden Briefe des überlebenden Zeitzeugen Oleksii Breus.
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