Großer Krypto-Prozess

Zeugin: „Fühle mich sicher nicht als Betrugsopfer“

Oberösterreich
03.06.2026 19:00

Der große Krypto-Betrugsprozess in Linz ging am Mittwoch in die zweite von voraussichtlich vier Runden. Zwei Angeklagte (33, 31) sollen 312 Anleger um rund 2,4 Mio. Euro gebracht haben. Am Mittwoch wurden Zeugen einvernommen. Die Richterin muss klären, ob es Vorsatz war, oder das Geschäft schlicht zusammengebrochen war.

Ein gelernter Maschinenbautechniker (33) aus Wels und ein HAK-Absolvent (31) aus Linz sitzen diese und kommende Woche im Landesgericht Linz auf der Anklagebank. Laut Staatsanwaltschaft Linz sollen sie von 312 Anlegern rund 2,4 Millionen Euro erbeutet haben.

Viel zu wenig Schürfgeräte
Mit dem investierten Geld wollten die beiden Angeklagten Krypto-Währungen wie Ethereum und Bitcoin schürfen. Das sei in viel zu geringem Ausmaß geschehen: Statt der angedachten 2000 Schürfgeräte („Rigs“) gab es nur 200, weshalb die Anleger um ihr Geld umfielen.

Lambos, Privatjets und Hotels
Währenddessen prahlten die Angeklagten in Sozialen Medien mit Lamborghinis, Charterflügen nach Dubai und Nächten in teuren Hotels. Nachdem am Montag die Angeklagten einvernommen worden waren, kamen am Mittwoch erste Zeugen dran.

„Es war alles transparent“
Eine ehemalige Mitarbeiterin (28) entlastete die beiden. Sie meinte, alles sei sauber gelaufen. Sie fühle sich nicht als Betrugsopfer, obwohl sie selbst investiert hatte. Zu klären ist, ob ein Betrugsvorsatz vorgelegen, oder der Krypto-Einbruch das Geschäftsmodell lahmgelegt habe. Urteile sollen am 10. Juni fallen.

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