Di, 19. Juni 2018

Bericht deckt auf

02.07.2014 16:50

"Absatzförderung": EU-Millionen für Edel-Winzer

Dass Steuergeld der EU-Nettozahler sogar an prominente Champagner-Erzeuger fließt, sorgt für deutliche Kritik des Europäischen Rechnungshofs: Immerhin 2,4 Millionen Euro schoss Brüssel in die "Absatzförderung von Champagner-Firmen". Und in Italien versickerten 208.530 Euro allein bei der Verwaltung der Subventionen.

Die Namen auf den Etiketten klingen nicht nach finanzieller Notsituation, die Flaschenpreise guter Marken beginnen ab 50 Euro: Mit etwas Geschick könnten aber Edel-Winzer wie Veuve Clicquot, Pommery, Krug oder Heidsieck zu "Absatzförderungen" der EU kommen – laut EU-Rechnungshof in Luxemburg wurden kürzlich 2,4 Millionen Euro an die Champagner-Hersteller überwiesen (siehe kleines Bild). Was von den Prüfern auch scharf kritisiert wird: "Der Ruf von 'Champagner' ist seit Langem etabliert." Die Förderung sei absolut unnötig gewesen.

Viele Missstände bei Subventionsverteilung
Der Rechnungshof deckte bei seiner Sonderprüfung des Weinsektors gleich mehrere Missstände bei der Subventionsverteilung auf: Wie auch das "Wirtschaftsblatt" berichtet, verschwanden in Italien bei einer Behörde, die auch für die Aufteilung der Förderungen verantwortlich sein sollte, 208.530 Euro, "ohne dass deren Dienstleistung klar gewesen ist". Immerhin waren das sieben Prozent der gesamten Fördermittel für Italiens Winzer. Und in Portugal oder Rumänien hätte die Verwaltung bis zu 13 Prozent der Hilfsgelder gekostet.

VIP-Tickets für French Open mit Fördergeld bezahlt
Einen für alle Steuerzahler besonders ärgerlichen Fall melden die EU-Prüfer aus Österreich: Aufgrund der Trägheit der Bürokratie seien erhebliche Fördermittel in eine Winzergenossenschaft geschossen worden, über die bereits ein Konkursverfahren eröffnet wurde. Und ein französischer Winzer ließ sich gleich drei VIP-Tickets für die French Open im Roland-Garros-Stadion mit Geld der "EU-Weinabsatzförderungsmaßnahme" bezahlen (siehe zweites kleines Bild).

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