Graz ist im Wahlkampf angekommen. Die Grünen ziehen über „mutige und unbequeme Entscheidungen“ Bilanz und erklären, warum die Wirtschaft nicht unter fehlenden Parkplätzen leide. Für ihre Vorhaben könnte Vizebürgermeisterin Judith Schwentner eine zweite Regierungsperiode gut gebrauchen: „Für uns ist es erst Halbzeit“, sagt sie.
Ob es gefällt oder nicht, Judith Schwentner hält an ihrer Vision fest: „Von Grau zu Grün – wir sind angetreten, um Graz lebenswerter, grüner und gerechter zu machen.“ Kurz vor dem Start in die heiße Phase des Wahlkampfs gab die Grazer Vizebürgermeisterin am Freitag sowohl einen Rück- als auch einen Ausblick auf die Arbeit der Grünen in der Stadtkoalition.
Sie bilanzierte 3300 neue Bäume, 14 neue Parks, zwölf Hektar Blühwiesen und 20 Kilometer neue Geh- und Radwege, die in den fünf Regierungsjahren geschaffen wurden. Zudem lobte sie das „Jahrhundertprojekt“ Neutorlinie und das dazugehörige Neutorviertel, das ihr wohl größtes Projekt war.
Wohin man in Graz spaziert, die grüne Handschrift werde in der Stadtplanung deutlich spürbar: „Wir haben den öffentlichen Raum neu verteilt, auch wenn es riesengroße Diskussionen gab“, sagt Schwentner. Mehr Platz bekommen etwa die Kinder, sagt Gemeinderätin Zeynep Aygan-Romana und nennt unter anderem die neuen Schulstraßen sowie den Ausbau der Spielplätze.
Wirtschaft braucht attraktiven Lebensraum
Der Vorwurf der Opposition: Die Prioritäten wurden falsch gesetzt, nämlich auf Kosten der Wirtschaft. Dem entgegnete die Vizebürgermeisterin mit einer Innenstadthändlerin und einem Unternehmer am Podium. „Wir brauchen ein attraktives Stadtzentrum, um gegen Onlinehandel und Co. anzukämpfen“, sagt Hélène Reiter-Viollet von Chic Ethic am Tummelplatz, wo auch ein Begrünungsprojekt in den Startlöchern steht.
Die Wirtschaft stirbt nicht, weil wir zu wenig Parkplätze haben.

Christian Hlade
Weltweitwandern
Bild: Christian Jauschowetz
Passt die Lebensqualität in der Stadt, so wächst auch die Bummel-Laune, ist Christian Hlade, Gründer von Weltweitwandern, überzeugt. „Die Wirtschaft stirbt nicht, weil wir zu wenig Parkplätze haben“, sagt er. Mutige Entscheidungen seien notwendig: „Alte Rezepte funktionieren für neue Herausforderungen nicht.“
Gute Zusammenarbeit im Rathaus
Manch Wahlversprechen aus 2021 wartet jedoch noch darauf, eingelöst zu werden. So haben noch nicht alle 17 Grazer Bezirke eine „Grünen Meile“. Auch bei der Forderung nach günstigeren Öffis stieß man an die Grenzen des politischen Handlungsspielraums: „Die Preise bestimmt der Verkehrsverbund – wir können nur das Klimaticket bezuschussen, wofür wir bereits viel Geld in die Hand nehmen“, sagt Schwentner.
Eine zweite Regierungsperiode wäre für ihre Vorhaben wünschenswert. „Für uns ist es erst die Halbzeit, wir wollen diese Stadt in den nächsten fünf Jahren weiter gestalten.“ Dabei betont sie auch die gute Zusammenarbeit mit Bürgermeisterin Elke Kahr (KPÖ): „Wir haben einen neuen Führungsstil eingeführt. Anstatt öffentlich zu streiten, arbeiten wir mit Mut und Pragmatismus gemeinsam an Lösungen.“
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