Bregenzer Festspiele

86 Spiegelscherben schillern über dem Bodensee

Vorarlberg
09.04.2026 08:00
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Die Bregenzer Festspiele feierten am Mittwoch das Richtfest für das neue „La Traviata“-Bühnenbild. Die Verdi-Oper wird zum ersten Mal in Bregenz (Vorarlberg) gezeigt werden. Intendantin Lilli Paasikivi zeigte sich beeindruckt von der Konstruktion am Bodensee.  

Dieser Spiegel wird das Stadtbild von Bregenz für die kommenden zwei Jahre prägen: Das neue Bühnenbild der Bregenzer Festspiele ist eine 28 Meter hohe Konstruktion, die im Laufe der Wintermonate aus dem See emporgebaut wurde. Verantwortlich für das Bühnenbild ist Paolo Fantin, er hat das Gebilde aus 86 Splittern, die teils ausklappbar sind und als Spielfläche dienen, für die Verdi-Oper entworfen. Über die Hälfte der Spiegelsplitter können aktiv bewegt werden und zeichnen im Laufe der Aufführung symbolisch die Entwicklung der Hauptfigur Violetta nach, die an der oberflächlichen Pariser Gesellschaft seelisch und körperlich zerbricht.

(Bild: Mathis Fotografie)
(Bild: Mathis Fotografie)
(Bild: Mathis Fotografie)

Paolo Fantin schwärmte beim Richtfest, das die Festspiele am Mittwochnachmittag ausrichteten, von der Bühne am Bodensee. Schon an der italienischen Uni, an der er studierte, lernte er die Seebühne kennen, denn dort galt sie als einzigartig. Mit dem zerbrochenen Spiegel will der Italiener, der schon die Eröffnungszeremonie der Olympischen Winterspiele in Mailand ausgerichtet hat, einen entscheidenden Moment im Leben der Violetta zeigen. Jener, in dem sie erkennen muss, dass ihre Träume niemals Realität werden.

„Diese Bühne ist ein Kunstwerk“
Am Mittwoch wurde der Spiegel erstmals in Bewegung gezeigt – wie üblich aber wurden noch nicht alle technischen Raffinessen der Bühne verraten. Verraten hat hingegen Festspiel-Intendantin Lilli Paasikivi, was sie dachte, als man ihr zum ersten Mal von der Idee erzählte, einen riesigen Spiegel auf der Seebühne aufzubauen: „Oh mein Gott, ich will keinen Waldbrand am Pfänder verursachen!“ Die Finnin mit Witz zeigte sich beeindruckt vom Prozess der Ideenfindung bis zur Umsetzung vor Ort. Die Bühne sei ein Kunstwerk. Dieses werden auch heuer wieder tausende Menschen bestaunen, die diesjährige Saison des Spiels auf dem See ist bereits ausverkauft. La Traviata sei eine der beliebtesten Opern überhaupt. Die müsse man einfach in Bregenz erleben, meinte Paasikivi abschließend.

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