Intendantin Bergmann:

„Dass ich hier sitze, ist eine Ungeheuerlichkeit“

Salzburg
08.04.2026 13:54

Karin Bergmann spricht die Dinge lieber offen und direkt an. „Dass ich hier sitze, ist eine Ungeheuerlichkeit“, erklärt die 73-Jährige bei ihrem ersten offiziellen Auftritt als neue Interims-Intendantin der Salzburger Festspiele. 

Lieber wäre Karin Bergmann Schauspiel-Chefin des Salzburger Kulturfestivals geworden und hätte an der Seite von Ex-Intendant Markus Hinterhäuser Platz genommen – nicht seinen Platz eingenommen.

Das Verhältnis zwischen ihr und dem geschassten Intendanten beschreibt sie aufgrund der Entwicklungen der letzten Wochen als kompliziert: „Ich habe mit Markus Hinterhäuser gesprochen. Es war ein sehr, sehr schwieriges Gespräch, was mich persönlich auch sehr belastet.“ Dennoch wünsche sich Bergmann, dass Hinterhäuser seine beiden für den Sommer geplanten Klavierkonzerte bei den Festspielen abhält. Weniger belastet als die Beziehung zum Ex-Intendant sieht die Deutsche ihre Verbindung zu den Künstlern.

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Ich habe mit Markus Hinterhäuser gesprochen. Es war ein sehr, sehr schwieriges Gespräch, was mich persönlich auch sehr belastet.

Karin Bergmann

Bergmann will das Betriebsklima verbessern
Diese hatten erneut eine Petition für Markus Hinterhäuser gestartet: „Ich bin darüber nicht schockiert, ich habe das eigentlich erwartet [...] Diese Menschen haben ihren wichtigsten Partner verloren“, zeigt sich die neue Intendantin verständnisvoll und dialogbereit.

Die Transparenz der Kommunikation im Betrieb zu verbessern, ist ein erklärtes Ziel der neuen Intendantin. „Kritik muss man miteinander austragen. Menschen, die glauben, ihnen geschieht Unrecht, müssen sich an Stellen wenden können, wo sie gehört werden. Und das sollte frühzeitig geschehen.“

„Sehe mich als Brücken-Bauerin“
Neben der Verbesserung des Betriebsklimas obliegt Karin Bergmann ab jetzt aber vor allem auch eines – die künstlerische Leitung des Betriebs. Hinsichtlich ihrer künftigen Vorhaben auf der Bühne will sie sich noch nicht so recht in die Karten schauen lassen. Das Jahr 2027 sei inhaltlich bereits großteils fixiert, die Sparte Schauspiel ist noch offen. Diese wird Bergmann nach ihren Vorstellungen gestalten. Unterstützen wird sie dabei Miriam Lüttgemann. „Ich sehe mich für zwei Sommer als Brücken-Bauerin“. Eine Fortsetzung der Intendanz über 2028 hinaus schließe sie zum jetzigen Zeitpunkt aus.

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