Schock vor Demo

Säure-Angriff gegen Fahrzeuge von Tierschützern

Niederösterreich
08.04.2026 05:00

Im Vorfeld einer Demonstration gegen Tierleid wurden die Fahrzeuge von niederösterreichischen Tierschützern mit einer chemischen Substanz beschädigt. Bei der Kundgebung selbst wurde der Waldviertler Vereinsobmann angeschüttet – jedoch „nur“ mit Alkohol.

Der Schock und das Unverständnis sind Tom Putzgruber auch Tage danach ins Gesicht geschrieben. Der Tierschützer aus dem Bezirk Krems kann noch immer nicht fassen, was am Karsamstag in Bergheim bei Salzburg passiert ist.

„Lack löste sich in Streifen ab“
Zum bereits 20. Mal hatte Putzgruber mit seinem Verein RespekTiere an diesem Tag einen „Kreuzzug für Tierrechte“ organisiert, um auf „Ernährungssünden“ aufmerksam zu machen. Doch bereits in der Nacht davor hatten Unbekannte den Vereinswagen der Aktivisten, mit dem sie bereits Dutzende Hilfsfahrten absolviert hatten, mit Säure überschüttet. „Der dicke Lack löste sich in Streifen ab“, ist Putzgruber erschüttert. Nicht nur das: Auch das private, direkt daneben geparkte Fahrzeug wurde beschädigt. „Ein Schaden von mehreren Tausend Euro“, vermutet Putzgruber.

Tom Putzgruber wurde bei Demo attackiert.
Tom Putzgruber wurde bei Demo attackiert.(Bild: Verein RespekTiere)

Dennoch ließen es sich Putzgruber und seine Mitstreiter nicht nehmen, tags darauf auf das Tierleid aufmerksam zu machen. Doch dann kam es noch wilder: Ein Mann stürmte auf den knienden Putzgruber zu und überschüttete ihn mit einer Flüssigkeit. Danach lief er davon. „Nach kurzem Schreck bin ich hinterher und habe ihm die Flasche abgenommen“, so Putzgruber. Der Inhalt stellte sich schließlich „lediglich“ als Alkohol heraus. Er blieb unverletzt.

Ein aggressives Mittel hat den Lack des Vereinsfahrzeugs schwer beschädigt.
Ein aggressives Mittel hat den Lack des Vereinsfahrzeugs schwer beschädigt.(Bild: Verein RespekTiere)

„Das macht nachdenklich“
„Das macht aber trotzdem nachdenklich“, erklärt Putzgruber. Schließlich ist die Tierschutzorganisation in unmittelbarer Nähe beheimatet. „Wenn das vor der Haustüre passiert, fühlt man sich nicht mehr so wohl“, schildert er. Den Unbekannten hatte Putzgruber laufen lassen, die Beschädigung der Autos wurde aber angezeigt und nun sogar 500 Euro Belohnung ausgelobt, sollte es Zeugen geben.

Bei Hilfsfahrten ist das Vereinsauto immer voll mit Spenden.
Bei Hilfsfahrten ist das Vereinsauto immer voll mit Spenden.(Bild: Verein RespekTiere)

Für Putzgruber war dies übrigens nicht die erste derartige Erfahrung. Schon bei Kundgebungen in Linz, Wien oder Salzburg wurden Fahrzeuge demoliert oder sogar er oder seine Lebensgefährtin verletzt. „Kopf hoch und weiter geht es“, gibt er sich dennoch optimistisch.

Eine direkte Konsequenz aus dem jüngsten Vorfall wird er möglicherweise dennoch ziehen. „In Zukunft werde ich darauf schauen, dass wir eine Kamera aufstellen, die den Protest selbst filmt“, sagt Putzgruber.

Hinweise zum Vandalenakt: info@respektiere.at, 0676/7840841

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