
Auf 5000 Quadratmetern wurde am Dienstag der neue Cybersecurity Campus der TU Graz präsentiert. Das Megaprojekt wurde in nur zwei Jahren gebaut. Die TU mischt im Kampf gegen Cyberkriminalität weltweit an der Spitze mit. Jetzt gibt man dieser Forschung mehr Platz.
Wir sind täglich am Smartphone, am PC, surfen im Netz, ob zu Hause oder im Büro. Erst 2022 wurde das Land Kärnten durch einen Hackerangriff wochenlang lahmgelegt, Firmen sehen sich immer häufiger mit unbefugten Zugriffen auf ihre IT-Systeme konfrontiert – die oft mit Lösegeldforderungen einhergehen.
Graz ist im Kampf gegen Cyberkriminalität weltweit vorn dabei. An der TU entdeckten Forscher in der Vergangenheit zum Beispiel Sicherheitslücken, von denen alle von Intel entwickelten Prozessoren zwischen 2012 und Anfang 2018 betroffen waren. Das sorgte international für Schlagzeilen. Die TU setzt weiter auf diese Expertise und baute nun in der Inffeldgasse einen eigenen Cybersecurity Campus.
Das Gebäude ist eine große Aufwertung der TU Graz für einen Themenzweig, wo Expertise schon seit langer Zeit besteht.

Eva-Maria Holzleitner
Ministerin für Forschung und Wissenschaft
Bild: Imre Antal
Baustart 2024, Fertigstellung Anfang 2026
Um 25 Millionen Euro hat die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) diesen in nur eineinhalb Jahren fertiggestellt. Am Dienstag wurde er offiziell eröffnet. Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) ließ sich das Event nicht entgehen: „Cybersicherheit ist längst kein Nischenthema mehr und beschäftigt uns alle unmittelbar. 22.000 Anzeigen gab es dazu im letzten Jahr. Wir müssen uns wappnen, die TU Graz hat hier internationale Strahlkraft durch ihr Know-how.“ Dieses Fachwissen findet nun auf einer Nutzfläche von 5000 Quadratmetern eine neue Heimat.
Photovoltaik, Holzfassade, Erdwärme
Der Cybersecurity Campus besteht aus drei Bauteilen, verbunden durch ein durchgehendes Stockwerk im ersten Obergeschoß. Das Erdgeschoß beinhaltet Foyers, Seminarräume und Aufenthaltszonen, darüber befinden sich die Büros und Labore. Das Gebäude besteht aus einer Holzfassade aus heimischen Linden, die Dächer sind begrünt, 20 Bäume wurden neu gepflanzt. Auch auf Erdwärme und Photovoltaik wurde gesetzt. HIER geht‘s zu einem virtuellen Rundgang.
Rektor Horst Bischof freut sich über den neuen Gebäudekomplex: „Nach der Aufdeckung der Sicherheitslücken Spectre und Meltdown durch TU-Experten wurden Sicherheitspatches erzeugt. Software aus Graz wird weltweit verbreitet, das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen.“ Landesrat Willibald Ehrenhöfer (ÖVP), BIG-Geschäftsführerin Christine Dornaus und LH-Stellvertreterin Manuela Khom (ÖVP) gratulierten zum neuen Campus und betonten, wie solche Institutionen die Wettbewerbsfähigkeit und den Standort stärken.
Software aus Graz wird weltweit verbreitet, das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen.

Horst Bischof
Rektor TU Graz
Bild: Sepp Pail
Im Gebäude befindet sich das Institut für Information Security, wo sich aktuell 80 Personen Themen wie IT-Sicherheit, Kryptografie oder vertrauenswürdiger künstlicher Intelligenz widmen. „Im Herbst kommt eine neue Forschungsgruppe hinzu“, verkündet Institutsleiter Stefan Mangard stolz. Auch die TU-Graz-Abteilung Gebäude und Technik sowie das Comet-Zentrum Battery4Life wurden hier untergebracht. Und im Campus werden in Zukunft auch weitere Unternehmen aus der IT-Branche als Mieter Platz finden.
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