Wirtschaftskammer-Präsidentin Martha Schultz räumt im ÖVP-Wirtschaftsbund auf und entmachtet all ihre fünf Stellvertreter. Der Vorstand wird verschlankt und neben Schultz nur mehr zwei Stellvertreter bzw. Stellvertreterinnen haben – eine davon ist Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl.
Martha Schultz meint es ernst: Ohne zu müssen, verlegte sie die Generalversammlung des ÖVP-Wirtschaftsbundes um ein Jahr nach vorne und auf den 17. April. Die Wirtschaftskammer-Präsidentin und geschäftsführende Wirtschaftsbund-Präsidentin will sich früher als eigentlich notwendig zur „echten“ Präsidentin küren lassen. Wohl auch um die von ihr selbst angekündigten Reformen in Kammer und dem ÖVP-Bund noch schneller und konsequenter umsetzen zu können, wie aus gut informierten Kreisen zu hören ist. Und abermals ohne zu müssen, beginnt Schultz damit sogar noch vor ihrer Kür.
Ruck per Mail rausgeschmissen
Und so dürften Wirtschaftsbund-Vizepräsidenten wie Walter Ruck, der nach Recherchen der „Krone“ und des „Profil“ zuletzt auch wegen der vielen familieninternen Kammer-Karrieren in die Kritik geraten war, am Freitagmorgen durchaus verwundert in ihr Mailpostfach geblickt haben. Gelandet ist dort eine Mail der geschäftsführenden Präsidentin Schultz, in der sie über ihre Pläne informiert, den nicht gerade ämterarmen ÖVP-Bund an der Spitze zu verschlanken.
Aus fünf mach zwei
Statt fünf soll es, wie die „Krone“ erfuhr, fortan nur mehr zwei Stellvertreter geben – und keiner der fünf bisherigen Stellvertreter wird im Amt bleiben (dürfen). Künftig setzt Schultz auf Verschlankung und einen Vize aus dem Kreis der Wirtschaftskammer-Präsidenten sowie eine „politische“ Stellvertreterin.
Für die „politische“ Stellvertreterin wird Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl vorgeschlagen. Die Steirerin kommt aus einem Familienbetrieb, engagiert sich seit rund 25 Jahren ehrenamtlich im Wirtschaftsbund. Sie sammelte bündische Erfahrungen auf Bezirks- und Landesebene, kennt die Privatwirtschaft und Schultz schon lange und ist für selbige daher die logische rechte Hand mit direktem Draht in die Bundesregierung.
Paukenschläge setzt es indes im Kreis der Wirtschaftskammer-Präsidenten der Länder. Der Wiener Walter Ruck, der Steirer Josef Herk, der Salzburger Peter Buchmüller, Oberösterreichs Doris Hummer und Niederösterreichs Wolfgang Ecker verlieren allesamt ihre Vorstandsposten – und damit auch an Mitsprache.
Minister geht leer aus
Ersetzt werden sollen sie – so war aus Insiderkreisen zu hören – von Burgenlands Kammerpräsident Andreas Wirth. Leer aus geht indes ÖVP-Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer, der vor seinem Ministerdasein eine kurze Kammer-Karriere als Generalsekretär hatte.
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