Vier Mopedfahrerinnen waren in Schwertberg (OÖ) zu Sturz gekommen und wurden dabei verletzt. Zwei von ihnen mussten sogar mit der Rettung ins Spital gebracht werden. Der beteiligte Autofahrer fuhr einfach davon. Die „Krone“ fragte bei einer Psychologin nach, warum Menschen in so einem Fall so reagieren.
Schwerer Unfall mit drei Mopeds im Gemeindegebiet von Schwertberg: Vier Mädchen (14 und 15 Jahre alt) aus Mitterkirchen und Ried in der Riedmark waren mit drei Zweirädern auf dem engen Güterweg Loitzenberg unterwegs. Als ihnen dort ein Auto entgegenkam, musste die Erste bremsen, weil der Pkw-Lenker keine Anstalten machte, seine Geschwindigkeit zu reduzieren.
Freundin mit Moped überrollt
Die Folge war schlimm: Die zweite Lenkerin konnte nicht rechtzeitig bremsen und fuhr auf die erste auf, beide kamen zu Sturz. Das dritte Mädchen versuchte noch, auszuweichen, überrollte jedoch die 14-Jährige vor ihr und kam dadurch selbst zu Sturz. Zwei Jugendliche wurden dabei so schwer verletzt, dass sie ins Linzer Unfallkrankenhaus gebracht werden mussten. Der Autolenker blieb nicht stehen, sondern fuhr unbeirrt weiter in die andere Richtung.
Entwicklung der Gesellschaft
Warum verhalten sich viele Lenker so? Das fragte die „Krone“ Verkehrspsychologin Marion Seidenberger vom ÖAMTC. „Wir sind auf Flucht programmiert, wenn so etwas passiert“, sagt sie. Viele würden für sich dann Ausreden konstruieren, warum man jetzt nicht anhalten könne, um zu helfen. „Da hat man plötzlich Stress wegen eines Termins oder Ähnliches“, so Seidenberger. Das sei eine Entwicklung in der Gesellschaft, die sich auch im Straßenverkehr widerspiegelt.
Steigende Zahl an Fahrerflucht
„Wir haben Scheuklappen, schauen nur auf uns und machen uns keine Gedanken über die Konsequenzen“, attestiert die Verkehrspsychologin. Ein Beleg dafür ist die steigende Zahl an Unfällen mit Fahrerflucht in den vergangenen Jahren. 2024 gab es alleine in Oberösterreich 360 derartige Tatbestände.
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