7,4 Millionen Arbeitsstunden gehen im Burgenland jedes Jahr nur für die Bearbeitung der Papierberge drauf. Eine neue Plattform der Wirtschaftskammer soll jetzt die schlimmsten „Bürokratie-Sünden“ aufzeigen.
Dokumentieren, protokollieren, archivieren: Viele Unternehmen können ein Lied darüber singen, wie viel Zeit, Energie und Ressourcen in die Bearbeitung von Aktenbergen und Formularen fließt. Die Bürokratie bindet Mitarbeiter, die sonst anderwärtig in der Firma eingesetzt werden könnten. Bei Ein-Personen-Unternehmen müssen sich die Selbstständigen selbst hinsetzen und den Papierberg abarbeiten. Denn wer eine Frist oder eine Dokumentation vergisst, kann sich schnell mit negativen Folgen konfrontiert sehen.
Millionen an Arbeitsstunden
Wie viel Zeit und Arbeitskraft die Bürokratie verschlingt, hat die KMU Forschung Austria in einer aktuellen Hochrechnung zusammengefasst. Das Ergebnis: Insgesamt wenden Betriebe im Burgenland rund 7,4 Millionen Arbeitsstunden pro Jahr für bürokratische Pflichten auf. Das entspricht etwa 4500 Vollzeitäquivalenten. Für die Wirtschaft bedeutet das Kosten in der Höhe von 400 Millionen Euro pro Jahr.
Kosten in anderen Bundesländern noch höher
Und damit steht das Burgenland noch vergleichsweise gut da. In Vorarlberg ist es knapp eine Milliarde Euro, in Wien sind es sogar mehr als 6 Milliarden Euro pro Jahr. Auf ganz Österreich summieren sich die Kosten auf 21,1 Milliarden Euro. „Diese Zahlen machen deutlich, wie viel wertvolle Arbeitszeit nicht in produktive Tätigkeiten fließt, sondern durch administrative Anforderungen gebunden wird“, erklärt Wirtschaftskammer-Präsident Andreas Wirth.
Ein Tag pro Woche nur für Administratives
„Die burgenländischen Unternehmen verbringen jede Woche mehr als einen Tag nur mit Bürokratie – das ist verlorene Zeit, die bei den Kunden und in der betrieblichen Weiterentwicklung fehlt“, ergänzt Wirtschaftskammer-Direktor Harald Schermann. Beide fordern nun mehr Tempo beim Bürokratieabbau – vor allem, da in anderen Ländern Firmen bereits gezielt entlastet werden.
Plattform gegen „Bürokratie-Sünden“
Die Wirtschaftskammer hat daher eine Plattform (wenigerbuerokratie.at) gestartet. Firmen können auf dieser konkrete Bürokratie-Hürden melden und gleich Vorschläge einbringen, was besser gemacht werden kann.
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