Ausgefallene Beleuchtung, Graffitis: Weil bei den ÖBB keiner zum Telefonhörer greifen will, verwahrlosen mehrere Durchgänge in den Innsbrucker Viaduktbögen. Kein Mitarbeiter will den ersten Schritt machen, dabei wäre die Misere mit nur zwei Anrufen beseitigt.
Es scheint sich fast um eine Folge von „Beamtenmikado“ zu handeln: Wer sich als Erster bewegt, der verliert. Fast nur so lässt sich erklären, dass ÖBB-intern niemand das Heft in die Hand nehmen will, um die zunehmende Verwahrlosung von Durchgängen in einigen Innsbrucker Viaduktbögen zu beenden. „Dabei würde ein einziger Anruf genügen“, schildert ein Informant der „Tiroler Krone“.
Zukunftsweisendes Konzept
Die Vorgeschichte: Die ÖBB haben gemeinsam mit der Stadt Innsbruck vor einigen Jahren die drei Bögendurchfahrten Dreiheiligenstraße, Kapuzinergasse und jenen bei der Einmündung der Sill in den Inn architektonisch sowie in Sachen Beleuchtung auf neues Niveau gehoben.
Klare Aufgabenverteilung
Den Austausch defekter Beleuchtung und die Stromkosten haben die IKB übernommen. Die Reinigung der Seitenelemente der Bögen von Verschmutzungen oder Graffitis hat sich die ÖBB-eigene Anti-Graffiti-Truppe zur Aufgabe gemacht.
„Eine Vereinbarung sieht weiters vor, dass die ÖBB-Immobilienabteilung bei ausgefallenen Lampen bzw. Graffitis zum Telefonhörer greift oder ein E-Mail schreibt, um die Schäden beheben bzw. beseitigen zu lassen“, weiß der „Tiroler Krone“-Informant. Es wäre also ganz einfach, meint er: Die Immobilien-Abteilung müsste lediglich zwei Anrufe tätigen – einen bei den IKB und einen weiteren intern bei der ÖBB-Reinigung.
Eine Vereinbarung sieht weiters vor, dass die ÖBB-Immobilienabteilung bei ausgefallenen Lampen bzw. Graffitis zum Telefonhörer greift oder ein E-Mail schreibt.
Ein Informant
Bögen verkommen mittlerweile
Jahrelang habe dies einwandfrei geklappt. Inzwischen würden die Bögen freilich zusehends verkommen: Graffitis verunstalten die Wände, ein Großteil der Beleuchtung ist ausgefallen.
Der erste Aktive verliert ...
„Hier wird offensichtlich eine Art Beamtenmikado gespielt“, schüttelt der Informant ungläubig den Kopf. Getreu dem Motto: Wer als Erster zum Telefonhörer greift, der hat verloren.
Kurioses (Streit)gespräch
Ein (Streit-)Gespräch zuständiger ÖBB-Mitarbeiter, für das es Ohrenzeugen gibt, würde diese „These“ unterstreichen. In der Unterhaltung ging es darum, welcher der beiden die zwei notwendigen Anrufe tätigt. Letztendlich weigerten sich jedoch beide.
ÖBB sind keine größeren Schäden bekannt
Laut ÖBB-Pressesprecher Christoph Gasser-Mair werden die Objekte von den zuständigen Mitarbeitern regelmäßig kontrolliert und Schäden bzw. Verunreinigungen so rasch wie möglich beseitigt. Dies könne zum Beispiel bei der Entfernung von Graffitis einige Zeit in Anspruch nehmen, dafür bitten die ÖBB um Verständnis. „Aktuell sind uns jedoch für den Bereich der Durchfahrten keine größeren Schäden bekannt, es liegen uns auch keine Beschwerden von Mietern oder Anrainer vor. Wir nehmen den Hinweis dennoch ernst und werden dem nachgehen“, sagt Gasser-Mair.
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