Meteorologinnen und Meteorologen sagen für diesen Herbst das Wetterphänomen El-Niño vorher. Im Spätsommer soll sich die Meeresoberflächentemperatur im Ostpazifik stets erhöhen, wodurch die Verdunstung steigt. Die Folge sind je nach Region oftmals heftige Niederschläge oder Dürre.
El-Niño ist spanisch für „der Junge“ oder „das Kind“, auch „Jesuskind“. Damit wird das Auftreten ungewöhnlicher, nicht zyklischer, veränderter Meeresströmungen des Pazifiks bezeichnet. Das Wetterphänomen tritt durchschnittlich alle vier Jahre auf. Es bringt regelmäßig das Wetter in Südostasien, Australien und an der Westküste Amerikas durcheinander. 1982 führte ein El-Niño zu einer Jahrhundertdürre in Australien, zu Überschwemmungen in Kalifornien und zu Tropenstürmen in Hawaii.
Ein El Niño ist verbunden mit einer Abschwächung der westwärts blasenden Passatwinde. Das führt dazu, dass weniger kaltes Wasser vor der Küste Südamerikas aufsteigen kann. Dort staut sich die Wärme, die Wassertemperatur an der Meeresoberfläche steigt, und mit ihr die Verdunstung. Vor der Küste Perus zeigt sich laut dem Klimaforscher Mojib Latif bereits, dass die Meerestemperaturen deutlich gestiegen sind. „In diesem Jahr entwickelt es sich wie nach Lehrbuch“, prognostizierte Mojib, der am meereswissenschaftlichen Forschungszentrum Geomar in Kiel tätig ist.
Hier sehen Sie eine Prognose zu dem Wetterphänomen:
Auswirkungen auf Europa historisch gering
Die Auswirkungen des Wetterphänomens sind oftmals heftige Niederschläge in Peru, Mexiko oder Kalifornien. Im Westpazifik, wie in Indonesien und Australien, hingegen bleiben Regenfälle aus. In diesem Jahr und 2027 wird es laut den Prognosen wieder eine schwere Dürre in Australien geben, mehr Taifune in den Pazifikstaaten und Sturzregen in Peru und Mexiko. Die Hurrikan-Aktivität in der Karibik ist in El-Niño-Jahren meist gering.
Europa blieb bis auf wenige Ausnahmen, wie dem ungewöhnlich kalten Winter 1941/42, von den Auswirkungen verschont. Diskutiert wird noch, ob der schneereiche und kalte Winter 2009/10 in Europa und Nordamerika eine Folge des Wetterphänomens ist. Im Winter 2026/27 könne es starke arktische Kälteeinbrüche geben, sagte Tim Hempel vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach. „Mit etwas Verzögerung breiten sich atmosphärische Wellen bis zu uns aus.“
Hohe Temperaturen 2027
Im weltweiten Mittel soll 2027 dann ein warmes Jahr werden, da ein El Niño Wärmemengen freisetzt. Forscherinnen und Forscher sehen es deshalb als wahrscheinlich an, dass die 1,5-Grad-Schwelle erneut überschritten wird. Dabei handelt es sich um das Klimaziel, den menschengemachten globalen Temperaturanstieg im 20-Jahresmittel auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Fast alle Regierungen der Welt haben einen entsprechenden Vertrag unterzeichnet, das sogenannte Übereinkommen von Paris oder Pariser Klimaabkommen. Laut Einschätzung des Weltklimarats reichen die Bemühungen der Staaten, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren, aber bei Weitem nicht aus.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.