Skandal in Jerusalem

Netanyahu gewährt Kardinal Zugang zur Grabeskirche

Außenpolitik
30.03.2026 07:29
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nach heftiger Kritik hat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu angeordnet, dem höchsten Vertreter der katholischen Kirche im Heiligen Land Zugang zur Grabeskirche in Jerusalem zu gewähren.

Er habe die zuständigen Behörden angewiesen, Kardinal Pierbattista Pizzaballa „uneingeschränkten und sofortigen Zugang“ zur Grabeskirche einzuräumen, schrieb Netanyahu in der Nacht auf Montag auf der Plattform X.

Pizzaballa war am Sonntag von der israelischen Polizei am Zugang zur Grabeskirche in der Altstadt von Jerusalem gehindert worden. Der Italiener habe in der Kirche die traditionelle Messe zum Palmsonntag feiern wollen, sei aber von israelischen Polizisten angehalten und zur Umkehr aufgefordert worden, hatte das Lateinische Patriarchat von Jerusalem mitgeteilt. Es bezeichnete den Vorfall als „schwerwiegenden Präzedenzfall“.

Kardinal Pierbattista Pizzaballa wurde nun doch Zugang zur Grabeskirche gewährt.
Kardinal Pierbattista Pizzaballa wurde nun doch Zugang zur Grabeskirche gewährt.(Bild: AP/Ammar Awad)

Scharfe Kritik an Vorgehen
Mehrere hochrangige Politiker hatten das Vorgehen scharf verurteilt. Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni erklärte, der verhinderte Zutritt für Pizzaballa stelle eine „Beleidigung nicht nur für die Gläubigen, sondern für jede Gemeinschaft dar, die Religionsfreiheit anerkennt“.

  Die israelische Polizei erklärte in einer Mitteilung, dass alle heiligen Stätten in der Altstadt von Jerusalem aus Sicherheitsgründen wegen des Iran-Kriegs derzeit geschlossen seien – vor allem solche, die „nicht über standardmäßige Schutzräume verfügen, um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten“.

Kardinal Pizzaballa sei aus besonderer Sorge um seine Sicherheit gebeten worden, keine Messe in der Grabeskirche abzuhalten, schrieb Netanyahu weiter. Jüngst seien nur wenige Meter von der Grabeskirche entfernt Raketenfragmente eingeschlagen. Obwohl er diese Sorge nachvollziehen könne, habe er die Behörden angewiesen, dem Kardinal die Abhaltung der Gottesdienste nach seinen Wünschen zu ermöglichen.

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