Die österreichische Regisseurin Marie Kreutzer wurde vom Filmfestival Cannes eingeladen, ihr Werk „Gentle Monster“ im Wettbewerb zu präsentieren. Die „Krone“ sah den Film vorab.
Philip ist ein liebevoller Vater für seinen kleinen Sohn und hat eine stabile, vertrauensvolle Beziehung zu Lucy, die Familie ist gerade in ein Haus aufs Land gezogen und ist glücklich – oder? Als plötzlich das so lieb gewonnene Heim bis ins letzte Eck von der Polizei durchsucht und gegen Philip ermittelt wird, erkennt Lucy ihr Leben – und ihren Partner – nicht wieder.
Marie Kreutzer legt mit „Gentle Monster“ einen Film vor, bei dem zwar ein Verbrechen und ein Täter die Handlung antreiben, aber in dem sie bewusst auf die Frau im Auge des Orkans schaut. Die die Welt nicht mehr versteht, die ihrem Partner wegstößt und wieder zu sich zieht, die alles infrage stellen muss. Ist der Vater ihres Kindes, immer sanft und voller Liebe, wirklich in Wahrheit ein Monster? Hauptdarstellerin Léa Seydoux darf in diesem Drama zeigen, dass weit mehr als das Bond-Girl von 2015 in ihr steckt.
Sie trägt den ganzen Film auf ihren Schultern und zeigt uns eine Seite des Verbrechens, die selten die Schlagzeilen füllt: die der Angehörigen. Der frischgebackene „Tatort“-Kommissar Laurence Rupp ist perfekt gewählt eben für das „Gentle Monster“, den sanften Täter, den man nie in Verdacht hätte. Zu Beginn noch präsent, wird seine Rolle aber rasch kleiner, denn es soll eben nicht um das „Monster“ gehen.
Überlagert wird der spannende Hauptstrang aber zu sehr von der Nebenhandlung um die ermittelnde Polizistin, auch wenn der ehemalige „Fack ju Göhte“-Star Jella Haase eine starke Leistung zeigt. Blass bleibt Frankreichs Superstar Catherine Deneuve als Mutter von Lucy in ihrer Nebenrolle – ihr Part ist dennoch bestimmt nicht zum Schaden des Films, schließlich können große Namen auch die Aufmerksamkeit der Jury in Cannes auf diesen starken Film lenken. In einer Woche wird der Wettbewerbs-Sieger gekürt ...
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