Aufbewahren oder nicht? Früher war es eine Selbstverständlichkeit in jedem Haushalt: das gute, alte Telefonbuch. Doch wird es heute noch gebraucht? Auf jeden Fall wird es immer noch gedruckt...
Benutzen Sie noch ein Telefonbuch? Jenen gelben Wälzer, in dem man die Vorwahl von Burundi nachschauen kann, wenn man sie denn dringend braucht, oder die Postleitzahl von Wörgl? Es flattert noch immer ins Haus. Bedingung ist, dass man einen Festanschluss besitzt. Ich werfe es meistens gleich ins Altpapier. Sollte ich eigentlich nicht, denn es ist offensichtlich ein wertvolles Dokument, das von zeithistorischem Interesse ist.
Das hat auch die Landesbibliothek erkannt, der durch Zufall eine (nicht vollständige) Sammlung an Vorarlberger Telefonbüchern ab dem Jahr 1925 in die Hände fiel. Damals hieß das Telefonbuch noch „Amtliches Verzeichnis der Fernsprechteilnehmer für Vorarlberg“. Wer noch nicht wusste, wie mit so einem Apparat umzugehen ist, wurde eingangs belehrt. Wichtig sei ein „klares, deutliches Sprechen in den Schalltrichter“. Der Hörer müsse während des ganzen Gesprächs (nicht nur beim Zuhören, sondern auch beim Reden) am Ohr bleiben. Dabei solle der Mund etwa „drei bis zehn Zentimeter vom Schalltrichter entfernt“ sein. Weil damals die Telefongespräche noch über eine Vermittlung liefen, war in den Telefonbüchern eine Buchstabiertabelle abgedruckt.
Übrigens wurde das erste Telefongespräch Österreichs in Dornbirn geführt. Vom Gütle aus telefonierte 1881 der Kaiser höchstpersönlich mit dem Textilfabrikanten Baptist Hämmerle im Oberdorf, denn der pfiffige Sticker war völlig vernarrt in die neue Technologie. Damit alles mit rechten Dingen zuging, wurden die jeweils gesprochenen Worte protokolliert und anschließend abgeglichen. Dass der Kaiser „Es hat mich sehr gefreut“ gesagt haben soll, stimmt übrigens nicht.
Gutes, gelbes Telefonbuch. Bei uns hing der Apparat (Viertelanschluss) an der Wand. Darunter war ein Bord mit einem Schubfach für das wertvolle Telefonbuch.
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