Social-Media-Verbot

„Davon könnten auch viele Erwachsene profitieren“

Oberösterreich
29.03.2026 09:00

Die OÖ-„Krone“ sprach in Linz mit Familien über das beschlossene Mindestalter für soziale Medien. Durch die Bank gab es große Zustimmung, aber mit kleinen Abschlägen. Auch Kinder sind nicht alle absolut gegen das neue Verbot. Dennoch bleiben viele Fragen zur Umsetzung des neuen Gesetzes offen. 

Schluss mit TikTok, Instagram und Snapchat für unter 14-Jährige! Was die Bundesregierung am Freitag offiziell vorgestellt hat, sorgt nicht nur auf Schulhöfen für reichlich Gesprächsstoff. Auch Eltern müssen sich damit befassen. Was die dazu sagen, hat sich die „Krone“ beim Lokalaugenschein in Linz angehört.

Große Zustimmung
Grundsätzlich ist die Zustimmung bei den Eltern groß: „Ich verwende keine sozialen Medien, von daher finde ich ein Verbot natürlich gut. Bezüglich der Umsetzung bin ich skeptisch“, so Vater Simon T. Alexandra B. stimmt zu: „Wenn man weiß, womit Kinder in sozialen Medien konfrontiert werden, ist das sicher richtig.“

„Ich bin dafür, obwohl nicht alles schlecht ist in den sozialen Medien“, so Alexandra Traj (48). Sohn Maxim (13) meint: „Ich verbringe zu viel Zeit am Handy. Statt eines Verbots wäre es mir aber lieber, dass die Eltern entscheiden können.“

„Nicht alles für bare Münze nehmen“
Für Eigenverantwortung plädiert auch Manuela Erlacher (46): „Viele nehmen alles, was sie in sozialen Medien sehen, für bare Münze. Auch Erwachsene könnten von Medienbildung profitieren.“ Ihre jüngste Tochter Mathilda (12) ist einen Schritt weiter: „Ich habe 21 Tage Handy gefastet. Seither verwende ich es weniger, auch ganz ohne war es erträglich.“

Bei elf Prozent „problematisch“
Laut einer Studie der WHO weisen elf Prozent der Jugendlichen eine problematische Verwendung sozialer Medien auf – Mädchen (13 Prozent) mehr als Buben (neun Prozent). 36 Prozent der Jugendlichen gaben an, ständig online mit Freunden zu chatten – am meisten 15-jährige Mädchen mit 44 Prozent.

„Krone“-Kommentar
Gute Idee, aber viele offene Fragen

Dass soziale Medien zahlreiche negative Nebenwirkungen haben, anstatt nur die Menschen zusammenzubringen, ist lange bekannt. Besonders die Jüngsten sind schnell mit Mobbing, Radikalisierung, unrealistischen Standards oder nicht jugendgerechten Themen konfrontiert. Von der Zeit, die man regelmäßig mit „Scrollen“ und den berüchtigten Kurzvideos vertut, ganz zu schweigen.

(Bild: Krone KREATIV/Alexander Schwarzl, Markus Wenzel)

Aber könnte ein Verbot nicht ein unreguliertes „Schwarzmarkt“-Social-Media erzeugen? Wie soll es kontrolliert, wie durchgesetzt werden? Datenschutz? Viele Fragen, die der Gesetzesentwurf Ende Juni dann hoffentlich klärt.

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