Es schaut düster aus am Pass Thurn bei Mittersill (Salzburg). Seit Monaten ruht die Baustelle des Chalet-Projekts „Six Senses“. Die Betreiber der geplanten Luxusbauten sind fieberhaft auf Investorensuche. Die Uhr für das Vorhaben tickt immer lauter ...
Trotz Wintereinbruch wird es auch am Pass Thurn oberhalb von Mittersill bald wieder Frühling. Bei einer der mittlerweile am längsten laufenden Baustellen des Landes geht aber auch bei Tauwetter nichts weiter. Das Luxus-Chalet-Projekt „Six Senses“ ist seit Jahren eine Hängepartie, mehrmals wurden die Pläne geändert. Die Baustelle liegt schon länger und bis auf Weiteres auf Eis.
Der Ideengeber und langjährige Geschäftsführer des Projekts, Michael Staininger, zog sich, wie berichtet, im Februar aus der Firmenleitung zurück, bleibt aber Teilhaber am Projekt. Die Projektbetreiber sind derzeit fieberhaft auf Investorensuche.
Auch eine Rückkehr des abgesprungenen Investors Roundshield ist nicht ausgeschlossen. Die Briten hatten im Jänner eine Zusage über 120 Millionen Euro zurückgezogen und damit die Probleme des Luxus-Projekts noch verschärft. Fest steht: Es braucht bald Geld um den Bau wieder zu starten, denn die Zeit drängt.
Es ist ein mehrfaches Behördenversagen, dass da niemand „Stopp“ gesagt hat, sondern die Genehmigungen immer weiter verlängert wurden.
Karin Dollinger, SPÖ-Landtagsabgeordnete
Lärmschutzgalerie könnte wieder abgerissen werden
Laut Baubescheid muss die Anlage bis 9. September 2027 fertiggestellt sein. Das wäre selbst bei einem sofortigen Baustart sportlich. Es drohen aber noch weitere Probleme: Die unterhalb der Baustelle errichtete Lärmschutzgalerie, die die Hotel- und Chaletgäste vom Lärm und Schmutz der Straße abschotten soll, verliert ihre Daseinsberechtigung, wenn das Projekt nicht umgesetzt wird. Es gibt eine Bankgarantie, auf die das Land Zugriff hat, falls die Galerie abgerissen werden muss.
„Wenn die Bewilligungen auslaufen, werden wir diese Bankgarantie ziehen. Die Steuerzahler werden nach wie vor keine Kosten tragen“, kündigt Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll (ÖVP) an. Für SPÖ-Raumordnungssprecherin Karin Dollinger hätte das Land schon viel früher aktiv werden müssen. „Es ist ein mehrfaches Behördenversagen, dass da nicht irgendwann jemand ,Stopp’ gesagt hat, sondern die Genehmigungen immer weiter verlängert wurden. Um solche Großprojekte muss sich das Land aktiver kümmern“, ist die Abgeordnete überzeugt.
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