ÖBB-Dokument regt auf

Thermenbahn droht das Aus: Jetzt rotieren alle

Steiermark
28.03.2026 05:00

Ein internes ÖBB-Dokument, das wenig Hoffnung auf einen Erhalt des südlichen Thermenbahn-Abschnitts macht, sorgt für Aufregung. Lokale ÖVP-Abgeordnete fordern Klarheit von den ÖBB, die SPÖ wiederum wird im Landtag aktiv. Der Verein Fahrgast sieht Oberösterreich als Vorbild. 

Just am Dienstag, als Vertreter von Wirtschafts-, Arbeiterkammer und Gewerkschaft eine von mehr als 2700 Personen unterzeichnete Petition zum Erhalt der Thermenbahn an Landesrätin Claudia Holzer übergaben, wurde  über die Grünen ein internes Dokument der ÖBB-Infrastruktur bekannt. Das Schreiben aus dem November des Vorjahres beinhaltet eine klare Botschaft, obwohl es als Planspiel bezeichnet wird: kein Personenverkehr mehr zwischen Hartberg und Fehring, Auflassen der Haltestellen und Bahnhöfe.

Auch wenn laut ÖBB noch keine Entscheidung gefallen ist und die Evaluierung der derzeit schwach frequentierten Strecke noch läuft, so sorgt das Papier doch für gehörig Aufsehen. „Sollten sich die Hinweise aus dem Dokument bestätigen, wäre das ein verheerendes Signal für die gesamte Region“, meinen etwa die regionalen ÖVP-Landtagsabgeordneten Lukas Schnitzer und Franz Fartek. 

Schnitzer kritisiert: „Wenn man über Jahre hinweg den Fahrplan systematisch ausdünnt, Verbindungen streicht und Intervalle verlängert, dann sinken selbstverständlich Attraktivität und Fahrgastfrequenz. Das ist keine natürliche Entwicklung, sondern eine selbsterfüllende Prophezeiung.“ Er und Fartek fordern die ÖBB und die zuständigen Stellen auf Bundesebene auf, umgehend Klarheit zu schaffen: „Die Menschen in der Region haben ein Recht darauf zu erfahren, welche Pläne es für die Thermenbahn tatsächlich gibt.“

SPÖ bringt Thema Thermenbahn in den Landtag
Für den Erhalt der Thermenbahn und den Ausbau zwischen Hartberg und Fehring setzen sich auch die steirischen Sozialdemokraten ein. In einem Antrag im Landtag fordern sie die Landesregierung auf, sich klar zum Fortbestand des Personenverkehrs zu bekennen – und auch eine finanzielle Zusage des Landes gegenüber dem Bund.

Zitat Icon

Wer ernsthaft über die Einstellung der Thermenbahn nachdenkt, gefährdet Arbeitsplätze und schwächt den Tourismus.

SPÖ-Parteiobmann Max Lercher

Dazu muss man wissen: Unter Ex-Verkehrsministerin Leonore Gewessler wurde ein fast 200 Millionen Euro schweres Ausbaupaket für die Thermenbahn geschnürt, das Land hätte aber gut ein Viertel davon übernehmen sollen und war damals nicht dazu bereit, wie die Grünen kritisieren. 

Oberösterreich sicherte Regionalbahnen
Auch der politisch unabhängige Verein Fahrgast meldet sich zu Wort. Er fordert das Land Steiermark auf, nach Vorbild Oberösterreich ein „Memorandum of Understanding“ mit Bund und ÖBB für die Zukunft der Thermenbahn zu erarbeiten. Enthalten sein soll ein klares Bekenntnis zur Modernisierung der Strecke, ein Schließen der vierstündigen Taktlücke am Nachmittag (Montag bis Donnerstag) und an den Wochenenden, die technische Sicherung von Eisenbahnkreuzungen und den Einsatz moderner Akkutriebewagen.

In Oberösterreich hat die ÖBB im Vorjahr sogar drei Nebenstrecken unter Beobachtung gestellt. Vor wenigen Tagen hat man mit dem Land auf eine Lösung für die kommenden Jahre geeinigt, eine Einstellung scheint dort vorerst vom Tisch zu sein.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Steiermark
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt