Bildung als Köder

Kindersoldaten sollen unter ISIS-Kämpfern sein

Ausland
23.06.2014 06:58
Rebellengruppen in Syrien rekrutieren nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch Kindersoldaten. Einige Rebellengruppen setzten bereits 15-Jährige zum Kampf ein, erklärte HRW am Montag. Jugendliche würden unter dem Deckmantel angeworben, sie hätten bei den Rebellengruppen Zugang zu Bildung.

So habe die Dschihadistengruppe Islamischer Staat im Irak und in Großsyrien (ISIS) mit Kampagnen für kostenlose Schulbildung Kinder rekrutiert, erklärte HRW. Die Minderjährigen würden an der Waffe ausgebildet und für gefährliche Einsätze und Selbstmordanschläge missbraucht.

Bericht basiert auf Gesprächen mit Kindersoldaten
Der HRW-Report basiert auf Zeugenberichten von 25 zum Teil noch aktiven Kindersoldaten. Diese dienten für die ISIS, die Freie Syrische Armee, die Islamische Front, die islamistische Al-Nusra-Front sowie für kurdische Rebellengruppen.

In Syrien herrscht seit mehr als drei Jahren Bürgerkrieg. Ausgangspunkt waren im März 2011 zunächst friedliche Proteste gegen Präsident Bashar al-Assad, die in einen blutigen Konflikt mündeten. Nach UNO-Angaben wurden bisher schätzungsweise rund 160.000 Menschen in dem Konflikt getötet.

Bürgerkrieg fordert erstes Todesopfer in Israel
Und am Wochenende hat der Bürgerkrieg auch das erste Todesopfer auf israelischem Territorium gefordert. Es handelte sich um einen 13-jährigen arabischen Israeli, der mit seinem Vater und einem weiteren Mann in einem Fahrzeug an der Grenze unterwegs war. Die Männer, die mit Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert wurden, hatten nach Angaben aus Militärkreisen im Auftrag des israelischen Verteidigungsministeriums am Bau einer Sperranlage auf den Golanhöhen gearbeitet.

Umgehend startete die israelische Luftwaffe Vergeltungsangriffe und bombardierte Stellungen der syrischen Armee auf den Golanhöhen. Die israelische Armee werde keinerlei Versuch tolerieren, "die Souveränität Israels zu verletzen", begründete ein Militärsprecher die Operationen. Der Angriff vom Sonntag sei eine "gezielte Aggression gegen Israel" gewesen.

Netanyahu: "Feinde Israels ermorden Kinder"
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu verurteilte den Angriff. Die "Feinde Israels" schreckten selbst vor Attacken auf Zivilisten und der Ermordung von Kindern nicht zurück, sagte er nach Angaben seines Büros bei einem Telefongespräch mit dem Vater des getöteten Jugendlichen.

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