„Einseitig, unfair“

Iran antwortet auf Trumps 15-Punkte-Plan

Außenpolitik
26.03.2026 17:15
Porträt von krone.at
Von krone.at

Bisher hatten die Mullahs nach außen hin lediglich Ablehnung und Spott für den US-Friedensplan übrig. Doch nun hat die Führung in Teheran offenbar über Mittelsmänner ihre Antworten auf den 15-Punkte-Vorschlag von US-Präsident Donald Trump an Washington übermittelt – mit roten Linien und Forderungen.

Laut der Nachrichtenagentur Tasnim fordert der Iran ein Ende aller Kampfhandlungen an allen Fronten – und damit auch im Libanon oder im Irak. Zudem sollen die USA und Israel gezielte Tötungen einstellen, heißt es offenbar in der Replik Teherans. Der Iran verlangt außerdem Garantien, die einen erneuten Krieg verhindern sollen. Als unwahrscheinlich gilt, dass die USA zwei weitere iranische Forderungen akzeptieren: Kriegsentschädigungen und die Anerkennung iranischer Hoheitsrechte über die Straße von Hormuz, durch die etwa 20 Prozent des weltweiten Energiehandels laufen.

Frachtschiffe in der Straße von Hormuz
Frachtschiffe in der Straße von Hormuz(Bild: AFP/GIUSEPPE CACACE)

Iran: „Kein Plan für Gespräche“
Der Iran betrachtet den Vorschlag aus Washington dem Vernehmen nach als „einseitig und unfair“. Womöglich könne man dennoch vorankommen, sollte „Realismus in Washington vorherrschen“. Es gebe aber „noch keine Vereinbarung für Verhandlungen, und kein Plan für Gespräche erscheint zum jetzigen Zeitpunkt realistisch“. Teheran wirft Washington zudem vor, lediglich Zeit gewinnen zu wollen: Die USA bereiteten sich im Hintergrund auf eine Bodenoffensive im Iran vor und versuchten zugleich, den Ölpreis niedrig zu halten.

Dem US-Sondergesandten Steve Witkoff zufolge gibt es in den Kontakten zwischen den USA und dem Iran für ein Ende des Kriegs gute Aussichten auf Erfolg. „Wir haben starke Anzeichen, dass es eine Möglichkeit gibt“, sagte er am Donnerstag bei einer Kabinettssitzung im Weißen Haus. Zudem bestätigte er die Übermittlung des 15-Punkte-Plans zur Beilegung des Kriegs an den Iran. „Wir werden sehen, wohin die Dinge führen, und ob wir den Iran davon überzeugen können, dass dies der Wendepunkt ist, an dem es für ihn keine besseren Alternativen gibt als noch mehr Tod und Zerstörung“, sagte Witkoff. Wenn es zu einer Einigung komme, sei das gut für den Iran und die gesamte Region.

US-Sondergesandte Steve Witkoff studiert seine Notizen vor einem Treffen mit Präsident Donald ...
US-Sondergesandte Steve Witkoff studiert seine Notizen vor einem Treffen mit Präsident Donald Trump.(Bild: EPA/WILL OLIVER / POOL)

Kommunikation läuft offenbar über Pakistan
Die Meldung, wonach der Iran eine Antwort auf den US-Plan übermittelt habe, ist die bisher letzte Wendung in einem Hin und Her aus unterschiedlichen Signalen der beiden Kriegsparteien. Zuletzt hatte US-Präsident Trump am späten Mittwochabend (Ortszeit) in Washington einmal mehr beteuert, dass Verhandlungen im Gange seien und die Führung der Islamischen Republik unbedingt einen „Deal“ erreichen wolle. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi wies diese Darstellung jedoch entschieden zurück.

Während aus den USA und dem Iran unterschiedliche Angaben über die Existenz von Verhandlungen kamen, bestätigte Pakistans Außenminister Ischak Dar, dass sein Land Botschaften zwischen diesen beiden Ländern vermittle. Dar teilte auf der Plattform X mit, sein Land habe Nachrichten zwischen beiden Ländern weitergeleitet.

In diesem Kontext sei auch der 15-Punkte-Plan der Vereinigten Staaten geteilt und vom Iran erwogen worden, so der Minister weiter. Auch die Türkei und Ägypten sowie weitere nicht benannte Staaten unterstützten demnach die Initiative.

Was bisher von Trumps Plan durchgesickert ist
Bezüglich des Inhalts des 15-Punkte-Plans der USA lehnte es das Weiße Haus bisher ab, Einzelheiten zu nennen. Aus israelischen Regierungskreisen verlautete jedoch, gefordert würden unter anderem die Wiederöffnung der für den weltweiten Öl- und Flüssiggastransport enorm wichtigen Straße von Hormuz, die Beseitigung der iranischen Bestände an hochangereichertem Uran, die Eindämmung des iranischen Raketenprogramms sowie ein Ende der finanziellen Unterstützung für Verbündete des Iran im Nahen Osten.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt