Vor U6-Sperre

Notfall zeigte Verwundbarkeit von Wiens Öffi-Netz

Wien
27.03.2026 11:00

Ein Großeinsatz am Karlsplatz zur morgendlichen Stoßzeit am Donnerstag zeigte vor der Feriensperre der U6, wie verwundbar Wiens Öffi-Netz sein kann. Und so paradox es klingt: Je mehr Fahrgäste unterwegs sind, desto größer müssen die Sperren und Umleitungen gedacht werden.

Ein Mann, der Donnerstagfrüh in der Station Karlsplatz in die Fahrrinne der U4 in Fahrtrichtung Heiligenstadt fiel, schwer verletzt überlebte und damit auch eine psychologische Betreuung des geschockten Fahrers nötig machte, sorgte nicht nur für einen Großeinsatz von Polizei, Feuerwehr und Rettung, sondern ließ auch Tausende Öffi-Fahrgäste stranden und nach Alternativen zur großräumig gesperrten U-Bahn-Verbindung suchen.

Ausweichen ja, aber wohin bei U-Bahn-Ausfall?
Wäre der Notfall 48 Stunden später passiert, wären die Folgen für die Netz-Verbindung noch gravierender gewesen: Von Freitagabend, 22 Uhr, bis zum Dienstag nach Ostern, 4 Uhr morgens, ist die U6 zwischen Jägerstraße und Volksoper gesperrt. Ohne U6 und ohne U4 wäre Wiens Netz quasi in zwei Hälften geteilt, die man nur mit großer Mühe überwinden könnte. Nicht umsonst empfehlen die Wiener Linien für die Karwoche vor allem: „Bitte weichen Sie auf die Linie U4 aus.“

Totalausfall am zentralen Knotenpunkt Karlsplatz zur Stoßzeit
Totalausfall am zentralen Knotenpunkt Karlsplatz zur Stoßzeit(Bild: Leserreporter null)

Genau ein Notfallszenario wie der Ausfall von zwei U-Bahn-Linien zugleich sei der Grund dafür, dass man Bauarbeiten in die Ferien lege, argumentieren die Wiener Linien nach dem Notfall. Dann müssten eben deutlich weniger Menschen zur Arbeit und niemand in die Schule. Denn so paradox es wirkt: Gerade durch die Masse der Menschen in der Stoßzeit sind Störungen „betrieblich nicht anders zu lösen“ als durch umso größere Beschränkungen.

Warum nicht nur eine Station gesperrt werden kann
Der zur Stoßzeit nötige dichte Takt erlaubt es nicht, dass eine U-Bahn warten kann, bis eine andere umgedreht hat. Netz-interne Ausweichmöglichkeiten geben dann das Ausmaß der Sperre – am Donnerstag von der Pilgramgasse bis zu Wien Mitte – vor. Zudem leite man Fahrgäste zur Stoßzeit bewusst zu Stationen mit verschiedenen Umsteigemöglichkeiten weiter, damit es dort nicht zum Kollaps kommt, erklären die Wiener Linien ihre Taktik.

„Dass Ausfälle ärgerlich sind, verstehen wir. Wir können dann aber nur schauen, dass wir unsere Fahrgäste möglichst schnell weiterleiten“, bitten die Wiener Linien um Verständnis. Das Einrichten eines Schienenersatzverkehrs werde immer als Möglichkeit mitbedacht, würde in solchen Fällen aber länger als die Störung selbst dauern. Beim Ausfall von zwei U-Bahn-Linien zugleich seien alternative Routen sicher „unbequemer, aber immer noch möglich“, wird versprochen.

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