Bunte Eier, schön gedeckte Tische und allerorts fröhliche Osterstimmung. Doch hinter der Idylle am Jausentisch steckt eine unangenehme Wahrheit: Der überwiegende Anteil der Ostereier im Supermarkt fällt im Tierwohl-Check durch, wie ein Test von „Tierschutz Austria“ zeigt. Sogar importierte Käfigeier landen oft unbemerkt im Nest!
Die Regale der österreichischen Supermärkte sind zwar trotz Engpässen gefüllt, aber bei Weitem nicht jedes Ei entspricht tatsächlich den Kriterien, die man als tierfreundlich bezeichnen kann. Eine aktuelle Erhebung der Tierschutzorganisation „Tierschutz Austria“ zeigt: Von 197 Produkten in 30 Filialen großer Handelsketten stammen über die Hälfte aus Bodenhaltung – der schlechtesten Form der Haltungsmöglichkeit für Legehennen.
Bio Anteil ist sehr gering
Etwa ein Drittel ist zumindest Freilandhaltung, nur etwa zehn Prozent sind in Bio Qualität. Hanna Zamernik, Referentin bei „Tierschutz Austria“ warnt: „Viele Konsumenten glauben, sie greifen zu einem harmlosen Osterprodukt – tatsächlich kaufen sie oft Eier aus industrieller Massenhaltung. Das hat mit Tierwohl wenig zu tun.“
Die vorangestellte Ziffer zeigt die Haltungsform an, das AT die österreichische Herkunft.
Bodenhaltung dominiert – Bio bleibt selten
In der Werbung wird oft ein anderes Bild vorgegaukelt. Man sieht Hühner in der Wiese, die scharren und picken, und deren Bäuerin sich im Sonnenlicht über ein kleines Körberl frisch gelegter Eier freut. Doch die weitverbreitete Realität ist eine andere: In Bodenhaltung können in einem Stall bis zu 24.000 Hühner zusammenleben – ohne regelmäßigen Auslauf ins Freie.
Wer genauer hinsieht, erkennt schnell: Tierwohl spielt beim Ostereier-Kauf oft nur eine Nebenrolle.

Hanna Zamernik, Tierschutz Austria
Bild: Tierschutz Austria
Nur wenig artgerecht
Bewegung und Beschäftigungsmöglichkeiten sind stark eingeschränkt, die Tiere haben kaum Abwechslung und leiden häufig unter Stress. Zwar ist die Haltung immerhin besser als die alte Käfighaltung, doch ihre natürlichen Verhaltensweisen, die sie im Freien an den Tag legen würden, können die Hennen so nicht ausleben. Hinzu kommt das Risiko von Krankheiten, das in den engen Ställen deutlich höher ist.
Wer also beim Ostereierkauf wirklich auf Tierwohl achten will, sollte Bodenhaltung bewusst meiden und auf Freiland- oder Bio-Eier setzen. „Aber auch bei der Freilandhaltung gibt es Luft nach oben, nur acht Prozent stammten bei unserem Check aus tierwohlverbesserten Programmen. Damit kommt eigentlich nur jedes fünfte Ei aus artgerechter Haltung“ rechnet Zamernik vor.
Fragwürdige Herkunft
Besonders problematisch: Importierte Eier aus ausländischer Käfighaltung landen oft als bereits bunt gefärbte Ostereier auf dem Teller oder in verarbeiteten Lebensmitteln wie Nudeln oder Mehlspeisen – ohne Kennzeichnungspflicht. Verbraucher erkennen auf den ersten Blick nicht, dass hier Tierwohl auf der Strecke bleibt: Denn in einem engen Käfig hat das Tier keinerlei Auslauf oder Rückzugsort.
Daher rät „Krone“-Tierschutzexpertin Maggie Entenfellner: „Trotz allerorts gesteigerter Kosten sollten wir bitte bei Eiern nicht nur auf den Preis schauen. Österreichische Herkunft und Bio-Haltungsform sind ein Versprechen an Tierwohl und unsere regionalen Bauern – und das zählt jetzt mehr denn je.“
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